Vorbereitung
Arztgespräch-Checklisten je Säule
Feste Listen zum Ausdrucken: pro Thema, was du vor dem Termin zusammenträgst, welche Werte du messen lassen kannst, welche Fragen du stellst und welche Alarmzeichen du sofort ansprichst. Wer lieber klickt: der interaktive Arztgespräch-Builder erstellt ein individuelles Blatt.
Prostata & Wasserlassen
Beschwerden beim Wasserlassen einordnen, Früherkennung besprechen, über Medikamente oder einen Eingriff entscheiden.
Vor dem Termin vorbereiten
- Zwei bis drei Tage Miktionstagebuch führen (wann, wie viel, nächtliches Aufstehen).
- IPSS-Selbsttest ausfüllen und das Ergebnis mitbringen.
- Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel (auch pflanzliche) mitnehmen.
- Notieren, seit wann die Beschwerden bestehen und ob sie zu- oder abnehmen.
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Urinuntersuchung (Streifentest, bei Bedarf Kultur).
- Tastuntersuchung der Prostata (DRU).
- PSA-Wert — inklusive Beratung, was ein Ergebnis bedeutet und was nicht.
- Restharnbestimmung per Ultraschall.
- Kreatinin/eGFR, wenn ein Abflussproblem im Raum steht.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Was ist die wahrscheinlichste Ursache — gutartige Vergrößerung, Entzündung, Reizblase?
- Ist mein IPSS-Wert leicht, mittelschwer oder schwer — und was heißt das für die Behandlung?
- Kommt ein Alpha-Blocker oder ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer infrage? Welche Nebenwirkungen?
- Wie verändert eine Behandlung meinen PSA-Wert?
- Ab wann wäre ein Eingriff ein Thema, und welche Verfahren gibt es?
- Was kann ich selbst tun (Trinkverhalten, Blasentraining)?
Sofort ansprechen
- Kein Wasserlassen mehr möglich trotz voller Blase (Harnverhalt) — Notfall.
- Blut im Urin oder Sperma.
- Fieber mit Schmerz im Damm oder Unterbauch.
IPSS-SelbsttestMiktionstagebuch (Vorlage)Erster Urologie-Termin: was passiert
Testosteronmangel-Verdacht
Klären, ob hinter Antriebsschwäche, Libidoverlust oder Müdigkeit ein behandlungsbedürftiger Mangel steckt.
Vor dem Termin vorbereiten
- AMS-Selbsttest (Aging Males' Symptoms) ausfüllen und mitbringen.
- Konkrete Beispiele notieren: seit wann, wie stark, was hat sich im Alltag verändert.
- Schlaf, Stress, Gewichtsverlauf und Alkoholkonsum der letzten Monate notieren.
- Medikamentenliste mitnehmen (Opioide, Cortison, einige Antidepressiva senken Testosteron).
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Gesamttestosteron — morgens zwischen 7 und 11 Uhr, nüchtern, mindestens zweimal.
- Bei Graubereich zusätzlich freies Testosteron, SHBG, LH und FSH.
- Blutbild, Ferritin, TSH, Nüchternblutzucker/HbA1c (häufige andere Ursachen).
- Prolaktin, wenn die Hypophyse abgeklärt werden soll.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Liegt mein Wert im Normal-, Grau- oder Mangelbereich — und passt er zu meinen Symptomen?
- Sollten andere Ursachen (Schilddrüse, Eisen, Depression, Schlafapnoe) zuerst ausgeschlossen werden?
- Was kann ich über Lebensstil erreichen (Gewicht, Krafttraining, Schlaf)?
- Wenn eine Testosterontherapie infrage kommt: Nutzen, Risiken, Kontrolluntersuchungen?
- Was bedeutet eine Therapie für Fruchtbarkeit und Prostata?
Sofort ansprechen
- Sehstörungen oder Gesichtsfeldausfälle plus Kopfschmerzen (Hypophyse).
- Sehr rascher Libido- und Kraftverlust innerhalb von Wochen.
- Gleichzeitig Brustvergrößerung oder Galaktorrhoe.
Testosteron-Selbsttest (AMS)Testosteronmangel ab 40Werte einordnen: Gesamttestosteron
Bluthochdruck-Verdacht
Eine auffällige Messung einordnen, eine gesicherte Diagnose stellen und über Lebensstil oder Medikamente entscheiden.
Vor dem Termin vorbereiten
- Eine Woche Heimblutdruck messen: morgens und abends je zweimal, Werte notieren.
- Wenn möglich eine 24-Stunden-Messung ansprechen.
- Salzkonsum, Alkohol, Bewegung und Gewichtsverlauf ehrlich notieren.
- Alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel auflisten (auch Schmerzmittel, Nasensprays).
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Blutdruck an beiden Armen, standardisiert nach Ruhephase.
- Nierenwerte (Kreatinin/eGFR), Elektrolyte (Kalium, Natrium), Urin auf Eiweiß.
- Nüchternblutzucker/HbA1c und Blutfette (LDL) zur Gesamtrisiko-Einschätzung.
- EKG; bei Verdacht auf eine sekundäre Ursache gezielte Zusatztests.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Ist das schon Bluthochdruck oder noch hochnormal — und woran macht sich das fest?
- Wie hoch ist mein Gesamt-Herz-Kreislauf-Risiko?
- Reichen Lebensstiländerungen zunächst aus, oder sind Medikamente jetzt sinnvoll?
- Welches Mittel, welche Dosis, welche typischen Nebenwirkungen?
- Welcher Zielwert gilt für mich, und wie oft wird kontrolliert?
- Darf ich kaliumreiches Speisesalz verwenden?
Sofort ansprechen
- Blutdruck über 180/120 mit Beschwerden (Sehstörung, Brustschmerz, Luftnot, neurologische Ausfälle) — Notfall.
- Plötzliche, stärkste Kopfschmerzen.
- Blutdruckkrisen mit Herzrasen, Schwitzen und Kopfschmerz im Anfall.
Unterer Blutdruckwert zu hochKalium-TagescheckWerte einordnen: Blutdruck
Grenzwertiger Blutzucker / Prädiabetes
Einen auffälligen Zuckerwert vom Check-up einordnen und einen Plan gegen Prädiabetes machen.
Vor dem Termin vorbereiten
- Den Laborzettel mit allen Werten mitbringen (Nüchternglukose, HbA1c, ggf. Blutfette).
- Ein typisches Essverhalten für zwei bis drei Tage notieren, inklusive Getränke.
- Bewegungsumfang pro Woche und Gewichtsverlauf der letzten Jahre notieren.
- Familienanamnese: Diabetes bei Eltern oder Geschwistern?
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- HbA1c und Nüchternglukose (ggf. wiederholen); bei Unklarheit oraler Glukosetoleranztest.
- Blutfette (LDL, HDL, Triglyzeride), Blutdruck, Bauchumfang.
- Leberwerte (Fettleber ist häufig) und Nierenwerte.
- Bei Metformin-Frage: Nierenfunktion und später B12-Kontrolle.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Bin ich im Prädiabetes-Bereich — und wie hoch ist mein Risiko, einen Diabetes zu entwickeln?
- Ist das mit Ernährung und Bewegung rückbildungsfähig, und welche Ziele sind realistisch?
- Welche konkreten Ernährungsschritte bringen bei mir am meisten?
- Kommt Metformin infrage, und was spricht dafür oder dagegen?
- In welchen Abständen wird kontrolliert?
Sofort ansprechen
- Starker Durst, viel Wasserlassen, ungewollter Gewichtsverlust, Sehstörungen.
- Übelkeit, tiefe Atmung, Verwirrtheit bei sehr hohen Werten — sofort ärztlich.
Blutzucker-Werte einordnenBlutzuckersenkende LebensmittelBallaststoff-Tagescheck
Gelenkbeschwerden
Gelenkschmerzen einordnen — mechanisch, entzündlich oder Warnzeichen — und die Basistherapie besprechen.
Vor dem Termin vorbereiten
- Notieren: welche Gelenke, seit wann, ein- oder beidseitig, symmetrisch?
- Morgensteife-Dauer messen (unter oder über 30–60 Minuten).
- Was verschlimmert/lindert es (Belastung, Ruhe, Wärme, Kälte)?
- Gewichtsverlauf, frühere Verletzungen, familiäre Rheumaerkrankungen notieren.
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Körperliche Untersuchung der betroffenen Gelenke (Schwellung, Überwärmung, Beweglichkeit).
- Bei Entzündungsverdacht: CRP/BSG, Blutbild, ggf. Rheumafaktor/CCP-Antikörper, Harnsäure.
- Röntgen bei Arthroseverdacht; Ultraschall bei Weichteilschwellung.
- Gelenkpunktion bei einem heißen, stark geschwollenen Einzelgelenk.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Ist das eher Arthrose, eine Entzündung oder eine Überlastung?
- Welche Basistherapie empfiehlt sich (Bewegung, Krafttraining, Gewicht, Physiotherapie)?
- Welche Schmerzmittel sind für mich geeignet — topisch oder als Tablette?
- Bringen Glucosamin, Kollagen oder Curcuma bei mir etwas?
- Wann wäre eine Überweisung zur Rheumatologie oder Orthopädie sinnvoll?
Sofort ansprechen
- Ein heißes, stark geschwollenes, sehr schmerzhaftes Einzelgelenk — vor allem mit Fieber.
- Morgensteife über eine Stunde, mehrere kleine Gelenke symmetrisch betroffen.
- Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Hautausschlag zusätzlich.
Gelenkbeschwerden einordnenGlucosamin und Chondroitin bei ArthroseHausmittel bei Gelenkschmerzen
Knochendichte & Osteoporose-Risiko
Das eigene Bruchrisiko einschätzen und klären, ob eine Knochendichtemessung oder Behandlung sinnvoll ist.
Vor dem Termin vorbereiten
- Frühere Knochenbrüche notieren (ab dem 50. Lebensjahr, besonders ohne großen Sturz).
- Größenverlust, Rückenschmerzen, familiäre Osteoporose oder Hüftbrüche notieren.
- Risikofaktoren: Rauchen, viel Alkohol, Cortison-Dauereinnahme, Untergewicht.
- Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr grob einschätzen (Milchprodukte, Sonnenkontakt).
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Knochendichtemessung (DXA) bei erhöhtem Risiko.
- 25-OH-Vitamin-D, Calcium, ggf. Phosphat und Nierenwerte.
- Bei sekundärem Verdacht: Blutbild, Leber-/Nierenwerte, TSH, Eiweiß-Elektrophorese, Testosteron.
- Röntgen der Wirbelsäule bei Verdacht auf Wirbelkörperbrüche.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Wie hoch ist mein 10-Jahres-Bruchrisiko (z. B. per FRAX)?
- Brauche ich eine DXA-Messung, und wird sie erstattet?
- Reicht Ernährung plus Krafttraining, oder ist eine medikamentöse Therapie angezeigt?
- Wie viel Calcium und Vitamin D sind für mich sinnvoll — und wann eher über die Ernährung?
- Welche meiner Medikamente wirken sich auf die Knochen aus?
Sofort ansprechen
- Plötzlicher, starker Rückenschmerz nach geringem Anlass (Wirbelkörperbruch).
- Deutlicher Größenverlust oder zunehmender Rundrücken.
Calciummangel: SymptomeVitamin D3 und K2: NebenwirkungenWerte einordnen: Vitamin D
Erschöpfung, Schlaf & Stimmung
Anhaltende Müdigkeit, Schlafprobleme oder gedrückte Stimmung einordnen und behandelbare Ursachen ausschließen.
Vor dem Termin vorbereiten
- Ein bis zwei Wochen Schlaftagebuch (Zubettgeh- und Aufwachzeit, nächtliches Wachliegen).
- Notieren: seit wann, wie stark, Auslöser, Auswirkungen auf Alltag und Arbeit.
- Koffein-, Alkohol- und Bildschirmnutzung am Abend ehrlich festhalten.
- Fragebogen zu Stimmung/Antrieb (z. B. PHQ-9) ausfüllen, wenn die Praxis einen anbietet.
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Blutbild, Ferritin, TSH, Vitamin B12 / Holo-Transcobalamin, Nüchternblutzucker.
- Bei Schnarchen/Atemaussetzern: Screening auf Schlafapnoe.
- Bei Verdacht auf Testosteronmangel: morgendliches Gesamttestosteron.
- Vitamin D in den dunklen Monaten.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Gibt es eine körperliche Ursache (Eisen, Schilddrüse, B12, Blutzucker, Schlafapnoe)?
- Steckt eine depressive Episode oder eine Angststörung dahinter?
- Ist eine kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) für mich zugänglich?
- Welche meiner Medikamente können müde machen oder den Schlaf stören?
- Was ist von Baldrian, Melatonin oder Ashwagandha zu halten?
Sofort ansprechen
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen — sofort Hilfe suchen (Telefonseelsorge 0800 111 0 111, Notruf 112).
- Ausgeprägter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber zusätzlich zur Erschöpfung.
- Neue Verwirrtheit, starke Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme.
Schlafstörungen: was hilftVitamin-B12-Mangel: UrsachenNährstoffmangel: Überblick
Anhaltende Verdauungsbeschwerden
Wiederkehrende Bauchschmerzen, Sodbrennen oder veränderten Stuhlgang einordnen und Warnzeichen ausschließen.
Vor dem Termin vorbereiten
- Beschwerde-Tagebuch: was, wann, im Zusammenhang mit welchen Mahlzeiten?
- Stuhlveränderungen notieren (Häufigkeit, Konsistenz, Blutbeimengung).
- Gewichtsverlauf, Vorerkrankungen, familiäre Darmerkrankungen/-krebs notieren.
- Bei Säureblocker-Einnahme: seit wann, welche Dosis, ursprünglicher Grund.
Werte / Untersuchungen (danach fragen)
- Körperliche Untersuchung, Blutbild, Ferritin, CRP, Leber- und Nierenwerte.
- Test auf verstecktes Blut im Stuhl; bei Alarmzeichen oder ab 45 Magen-/Darmspiegelung.
- Bei Verdacht: Zöliakie-Serologie, Calprotectin im Stuhl, H.-pylori-Test.
- Laktose-/Fruktose-Atemtest bei entsprechendem Verdacht.
Fragen an die Ärztin / den Arzt
- Sind meine Beschwerden funktionell (Reizdarm/Reizmagen) oder steckt mehr dahinter?
- Brauche ich eine Magen- oder Darmspiegelung — und warum?
- Wenn ich einen Säureblocker nehme: Kann ich ihn ausschleichen, und wie?
- Was bringt bei mir eine Ernährungsumstellung (Ballaststoffe, FODMAP, Trinkmenge)?
- Welche Rolle spielen Stress und Schlaf?
Sofort ansprechen
- Blut im Stuhl oder schwarzer Teerstuhl, Bluterbrechen.
- Ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Blutarmut.
- Neue, hartnäckige Beschwerden nach dem 45. Lebensjahr; Schluckstörung; nächtlicher Schmerz.
Hausmittel gegen BauchschmerzenSäureblocker (PPI) absetzenBallaststoff-Tagescheck
Diese Listen sind eine Gesprächshilfe, keine Diagnose und kein vollständiges Untersuchungsprogramm. Welche Werte und Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.