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Themenwelt · Prostata

Der erste Urologie-Termin: Ablauf, Untersuchungen, gute Vorbereitung

Viele Männer schieben den Urologen-Termin jahrelang auf — oft aus Unwissen, was dort passiert. Dieser Überblick nimmt die Unsicherheit: Ablauf, jede Untersuchung, Vorbereitung.

Redaktion mann-vitalisAktualisiert 18.09.20264 Quellenca. 8 Min.Merkzettel
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Heller Wartebereich einer Arztpraxis
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IPSS-Selbsttest zur Prostata

Der validierte Fragebogen (7 Fragen, 0–35 Punkte) zur Schwere von Beschwerden beim Wasserlassen. Kein Ersatz für die urologische Abklärung.

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Prostata: Ruhe bewahren, richtig handelnPDF · 15 Seiten
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Ein Erstgespräch, ein kurzer Fragebogen (IPSS), die Tastuntersuchung (wenige Sekunden, unangenehm, nicht schmerzhaft), meist ein Ultraschall und eine Harnstrahlmessung — dazu die Frage, ob ein PSA-Test sinnvoll ist. Bring Medikamentenliste und frühere Werte mit.

Der Gang zur Urologie ist für viele Männer mit Unbehagen besetzt — meist, weil unklar ist, was dort überhaupt passiert. Wer den Ablauf kennt, geht gelassener hin und holt mehr aus dem Termin heraus.

Vor dem Termin

Für die meisten Untersuchungen musst du nichts Besonderes tun. Zwei Dinge helfen aber:

  • Mit gefüllter, aber nicht überfüllter Blase kommen. Für die Harnstrahlmessung (Uroflow) und den Restharn-Ultraschall braucht es Urin in der Blase — trink rund eine Stunde vorher etwas und geh nicht direkt davor noch einmal.
  • Unterlagen mitbringen: eine Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, frühere Laborwerte (PSA, Blutzucker, Testosteron), Arztbriefe, und — falls geführt — ein Miktionstagebuch.

Den IPSS-Fragebogen kannst du schon vorab ausfüllen (Selbsttest auf dieser Seite). Er übersetzt deine Beschwerden beim Wasserlassen in eine Zahl von 0 bis 35 und wird in der Praxis ohnehin genutzt (Barry et al., 1992).

Das Gespräch

Am Anfang steht die Anamnese. Erwartbare Fragen: seit wann bestehen die Beschwerden, wie stark stören sie, wie oft musst du nachts raus, wie ist der Strahl, gibt es Schmerzen, Blut, Fieber, wie steht es um Erektion und Ejakulation, welche Medikamente nimmst du, gibt es Prostataerkrankungen in der Familie. Je konkreter du antwortest, desto zielgerichteter die Untersuchung. Es hilft, sich die wichtigsten Punkte vorher zu notieren — dafür gibt es den Arztgespräch-Vorbereiter.

Die Tastuntersuchung (digital-rektale Untersuchung)

Die DRU ist der Teil, vor dem sich viele am meisten fürchten — meist unnötig. Der Ablauf: Du stehst leicht vornübergebeugt oder liegst auf der Seite mit angezogenen Knien. Die Ärztin oder der Arzt tastet mit einem behandschuhten, gut gleitfähig gemachten Finger über den Enddarm die Rückseite der Prostata ab. Beurteilt werden Größe, Konsistenz, Abgrenzbarkeit, Druckschmerz und auffällige Verhärtungen. Das dauert etwa zehn bis zwanzig Sekunden, ist unangenehm und mit einem kurzen Druckgefühl verbunden, aber nicht schmerzhaft. Danach kannst du dich normal weiterbewegen. Ein kurzzeitig leicht erhöhter Harndrang oder ein Druckgefühl danach ist normal.

Das solltest du ansprechen

Fragen, die den Termin für dich wertvoll machen:

  • Was ist die wahrscheinlichste Ursache meiner Beschwerden?
  • Welche Untersuchungen sind jetzt sinnvoll — und welche noch nicht?
  • Brauche ich einen PSA-Test, und was würde das Ergebnis für mich bedeuten?
  • Reicht Abwarten, oder kommen Medikamente infrage — mit welchen Nebenwirkungen?
  • Was kann ich selbst tun (Trinkverhalten, Blasentraining, Bewegung)?
  • Ab wann sollte ich wiederkommen oder mich sofort melden?

Ultraschall und Harnstrahlmessung

  • Ultraschall der Prostata — meist von außen über die Bauchdecke, seltener über den Enddarm (TRUS). Schmerzlos. Damit werden Prostatagröße und -form bestimmt.
  • Restharn-Ultraschall — direkt nach dem Wasserlassen, misst, wie viel Urin in der Blase zurückbleibt. Viel Restharn spricht für eine Abflussbehinderung oder eine geschwächte Blase.
  • Uroflowmetrie (Uroflow) — du lässt in ein Messgerät Wasser. Es zeichnet Strahlstärke und -verlauf auf. Für ein verwertbares Ergebnis sollten mindestens ~150 ml zusammenkommen.
  • Urinuntersuchung — Teststreifen und ggf. Kultur, um einen Harnwegsinfekt oder Blut auszuschließen.

Welche dieser Bausteine zum Einsatz kommen, richtet sich nach deinen Beschwerden; die Fachgesellschaften empfehlen sie als Basisdiagnostik bei Beschwerden des unteren Harntrakts (Lerner et al., AUA-Leitlinie 2021).

Das PSA-Gespräch

Der PSA-Test ist eine Blutabnahme — aber keine Routine, sondern eine bewusste Entscheidung. Er kann Prostatakrebs früh erkennen, führt aber auch zu Überdiagnosen und Behandlungen, die nicht nötig gewesen wären. Eine systematische Übersicht fand nur einen kleinen Effekt auf die prostatakrebsspezifische Sterblichkeit und keinen auf die Gesamtsterblichkeit (Ilic et al., 2018). Sinnvoll ist ein Test, wenn du nach Aufklärung über Nutzen und Schaden für dich entscheidest, dass du das Ergebnis wissen willst. Wichtig: Ein leicht erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch Krebs — er steigt auch bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung, nach Radfahren, Sex oder der Tastuntersuchung.

Wie es weitergeht

Am Ende ordnet die Ärztin oder der Arzt die Befunde ein: harmlose gutartige Vergrößerung, Reizzustand, Entzündung — oder Klärungsbedarf. Häufige nächste Schritte sind kontrolliertes Abwarten mit Verhaltensmaßnahmen, ein Medikament auf Probe, eine Kontrolle in einigen Monaten oder — bei Auffälligkeiten — eine MRT und gegebenenfalls eine Gewebeprobe. Beschwerden beim Wasserlassen allein sind übrigens kein Frühzeichen für Prostatakrebs (Young et al., 2000).

Mitnehmen

  • 01Der Ablauf: Gespräch → IPSS → Tastuntersuchung → meist Ultraschall + Uroflow → ggf. PSA-Gespräch.
  • 02Die Tastuntersuchung dauert Sekunden und ist unangenehm, nicht schmerzhaft.
  • 03Mit leicht gefüllter Blase kommen, Medikamentenliste und alte Werte mitbringen.
  • 04Der PSA-Test ist eine informierte Entscheidung, kein Automatismus.

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Häufige Fragen

Belege & Studien

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  1. 01Barry MJ et al. The AUA symptom index for benign prostatic hyperplasia (IPSS). J Urol. 1992. PubMed
  2. 02Lerner LB, McVary KT et al. Management of Lower Urinary Tract Symptoms Attributed to Benign Prostatic Hyperplasia: AUA Guideline. J Urol. 2021. PubMed
  3. 03Ilic D et al. Prostate cancer screening with prostate-specific antigen (PSA) test: a systematic review and meta-analysis. BMJ. 2018. PubMed
  4. 04Young JM, Muscatello DJ, Ward JE. Are men with lower urinary tract symptoms at increased risk of prostate cancer? A systematic review. BJU Int. 2000. PubMed