Zum Inhalt springen
Mann·Vitalis

Wissensarchiv

Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe aus unseren Artikeln — in ein bis drei Sätzen erklärt, mit Verweis auf die passenden Beiträge.

20-20-20-Regel

Merkregel gegen müde Augen am Bildschirm: alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 m (20 Fuß) Entfernung schauen. Entspannt die Naheinstellung und erinnert ans vollständige Blinzeln.

5-Alpha-Reduktase-HemmerFinasterid, Dutasterid

Medikamente, die die Umwandlung von Testosteron in das wachstumsfördernde DHT blockieren. Sie verkleinern eine große Prostata über Monate und senken das Risiko für Harnverhalt und Operation. Der PSA-Wert halbiert sich unter der Therapie.

Adaptogen

Marketingbegriff für Pflanzenstoffe (Ashwagandha, Rhodiola, Ginseng), die den Körper „an Stress anpassen“ sollen. Keine anerkannte pharmakologische Kategorie; die Studienlage ist überwiegend schwach. Für keinen dieser Stoffe gibt es eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

Akute Bronchitis

Vorübergehende Entzündung der Bronchien, meist im Rahmen eines viralen Atemwegsinfekts. Leitsymptom ist Husten, oft mit Auswurf, über im Median rund drei Wochen. Antibiotika bringen keinen relevanten Nutzen und sind selten nötig.

Alpha-BlockerAlpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten

Medikamente wie Tamsulosin oder Alfuzosin, die die Muskulatur in Prostata und Blasenhals entspannen. Sie lindern Beschwerden beim Wasserlassen innerhalb von Tagen bis Wochen, bremsen das Prostatawachstum aber nicht.

Androgenetische Alopezieerblich bedingter Haarausfall

Häufigste Form des Haarausfalls beim Mann: Die Haarfollikel an Stirn und Wirbel reagieren empfindlich auf DHT, die Haare werden über viele Zyklen dünner und kürzer. Schreitet ohne Behandlung fort. Belegt wirksam sind nur Finasterid und topisches Minoxidil.

AREDS2Age-Related Eye Disease Study 2

Große Studie zu einer Nährstoffkombination (Lutein, Zeaxanthin, Zink, Vitamine C und E), die das Fortschreiten einer bereits fortgeschrittenen altersbedingten Makuladegeneration leicht bremst. Kein belegter Nutzen zur Vorbeugung bei Gesunden oder gegen müde, trockene Augen.

ArthroseOsteoarthrose, „Gelenkverschleiß“

Abbau des Gelenkknorpels über Jahre mit Umbau des angrenzenden Knochens. Typisch sind Anlauf- und Belastungsschmerz, kurze Morgensteife (meist unter 30 Minuten) und ein einzelnes betroffenes Gelenk (Knie, Hüfte, Daumen, Fuß). Basisbehandlung ist Bewegung und, bei Übergewicht, Gewichtsabnahme.

Autophagiezelluläre Selbstreinigung

Prozess, bei dem Zellen beschädigte Proteine und Bestandteile abbauen und recyceln. Gilt als Ansatzpunkt für „Anti-Aging“-Substanzen wie Spermidin — in Zell- und Tiermodellen belegt, beim Menschen nicht direkt nachgewiesen.

Ballaststoffe

Unverdauliche Nahrungsbestandteile aus Pflanzen. Lösliche, quellende Ballaststoffe (z. B. Flohsamen, Haferbeta-Glucan) binden Wasser und regulieren den Stuhl; unlösliche (Weizenkleie) erhöhen das Stuhlvolumen. Vielfalt verschiedener pflanzlicher Quellen prägt das Darmmikrobiom.

Benigne ProstatahyperplasieBPHgutartige Prostatavergrößerung

Die altersbedingte, gutartige Vergrößerung der Prostata. Sie kann die Harnröhre einengen und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Betrifft rund die Hälfte der Männer über 60 und ist kein Krebs.

BerberinPflanzenalkaloid aus Berberitze, Coptis chinensis

Gelbes Alkaloid mit belegter, moderater Wirkung auf Blutzucker und Cholesterin. Wird online oft als „Nature's Ozempic“ bezeichnet — der Gewichtseffekt ist mit unter einem Kilogramm im Schnitt jedoch weit von echten GLP-1-Abnehmspritzen entfernt.

Chronisch-venöse InsuffizienzCVI

Dauerhaft gestörter Rückstrom des Blutes aus den Beinvenen, weil Venenwände und -klappen nachgeben. Typisch sind abends schwere, geschwollene Beine, die sich über Nacht bessern, oft mit Besenreisern oder Krampfadern. Basis sind Bewegung und Kompression.

Chronisches BeckenschmerzsyndromCPPSchronic pelvic pain syndrome, NIH-Kategorie III

Die häufigste Form der chronischen Prostatitis: Beckenschmerz über mindestens drei Monate, oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und bei der Ejakulation, ohne dass sich Bakterien nachweisen lassen.

Coenzym Q10Ubichinon / Ubiquinol

Fettlösliche Substanz in fast allen Zellen; an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt und ein körpereigenes Antioxidans. Am ehesten belegt: ergänzend bei Herzinsuffizienz und, mit gemischter Datenlage, bei Statin-Muskelbeschwerden. Für Haut, „Zellschutz“ und Anti-Aging bei Gesunden kein Nutzen und kein zugelassener Claim. Ubiquinol (reduzierte Form) ist nicht belegt besser als das günstigere Ubichinon.

CortisolStresshormon

In der Nebennierenrinde gebildetes Hormon; stellt Energie bereit, stabilisiert den Blutdruck und dämpft Entzündungen. Folgt einem Tagesrhythmus (morgens hoch, nachts niedrig). Ein einzelner Messwert schwankt stark und ist als Selbstdiagnose ungeeignet.

Cushing-Syndrom

Krankhafter Überschuss an Cortisol, meist durch ein hormonproduzierendes Tumörchen oder eine langfristige Kortison-Behandlung. Selten. Typische Zeichen: Vollmondgesicht, Stammfettsucht, breite violette Dehnungsstreifen, Muskelabbau. Diagnose endokrinologisch mit mehreren Tests.

D-Mannose

Einfachzucker, der Bakterien am Anheften an die Blasenwand hindern soll. Die Cochrane-Übersicht von 2022 stufte die Evidenz zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten als unzureichend ein; für Männer liegen kaum Daten vor. Kein zugelassener Wirkungs-Claim.

DASH-ErnährungDietary Approaches to Stop Hypertension

Ein Ernährungsmuster mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und fettarmen Milchprodukten sowie wenig rotem Fleisch, Zucker und Salz. In Studien senkt es den Blutdruck um mehrere mmHg — einer der stärksten Ernährungseffekte.

Deprescribinggeplantes Absetzen von Medikamenten

Der strukturierte, ärztlich begleitete Prozess, Medikamente zu reduzieren oder abzusetzen, deren Nutzen das Risiko für die betreffende Person nicht mehr überwiegt. Läuft mit Plan, schrittweisem Ausschleichen und Verlaufskontrolle — nie im Alleingang.

DHTDihydrotestosteron

Ein wirkstärkerer Abkömmling des Testosterons, der in der Prostata aus Testosteron gebildet wird. DHT treibt das Wachstum des Prostatagewebes an — Ansatzpunkt der 5-Alpha-Reduktase-Hemmer.

Diastolischer Blutdruckdia

Der untere der beiden Blutdruckwerte: der Druck in den Arterien zwischen zwei Herzschlägen, gehalten von der Spannung der Gefäßwände. Ab wiederholt 90 mmHg (Praxis) bzw. rund 85 mmHg (häusliches Mittel) gilt er als erhöht — unabhängig vom oberen Wert.

Digital-rektale UntersuchungDRU

Tastuntersuchung der Prostata mit dem Finger über den Enddarm. Sie liefert Hinweise auf Größe, Konsistenz und auffällige Verhärtungen und gehört zur Basisabklärung bei Prostatabeschwerden.

Digitale AugenbelastungComputer Vision Syndrome

Ermüdungs- und Trockenheitsreaktion der Augen nach längerer Bildschirmarbeit: Brennen, Trockenheit, kurzzeitig unscharfes Sehen, Kopfschmerz. Kein Augenschaden, reversibel. Ursache ist eine stark verringerte Lidschlagrate plus Daueranspannung der Naheinstellung.

Erkältunggrippaler Infekt, common cold

Viraler Infekt der oberen Atemwege mit Schnupfen, Halskratzen und leichtem Husten, meist ohne oder mit nur leichtem Fieber, schleichender Beginn. Selbstlimitierend, Dauer 7–10 Tage. Abzugrenzen von der echten Grippe (Influenza).

Ferritin

Speichereiweiß für Eisen im Körper; zeigt die Eisenreserven an, bevor eine Blutarmut im großen Blutbild sichtbar wird. Wird nicht routinemäßig mitbestimmt, sondern muss gezielt angefordert werden.

Fettfreie Masseu. a. Muskulatur, Organe, Knochen — Körpermasse ohne Fettgewebe

Der Teil des Körpergewichts, der kein Fett ist. Bei schnellem Gewichtsverlust — etwa unter GLP-1-Therapie oder sehr kalorienarmen Diäten — geht ein Teil davon mit verloren, überwiegend Muskulatur. Krafttraining und ausreichend Eiweiß mindern diesen Anteil.

FODMAPfermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide und Polyole

Gruppe schlecht aufnehmbarer, im Dickdarm stark vergärbarer Kohlenhydrate (u. a. Fruktane wie Inulin, Laktose, Sorbit). Sie können bei Reizdarm Blähungen und Bauchschmerzen auslösen; eine zeitweise FODMAP-arme Ernährung wird dann eingesetzt.

Funktionelle DyspepsieReizmagen

Anhaltendes Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl oder Oberbauchschmerz ohne organischen Befund. Häufig; harmlos, aber lästig. Auslöser sind oft große, fette Mahlzeiten, hastiges Essen und Stress.

Gastroösophageale RefluxkrankheitGERDReflux, „Sodbrennen-Krankheit“

Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre mit brennenden Beschwerden hinter dem Brustbein und saurem Aufstoßen. Begünstigt durch Übergewicht, späte fette Mahlzeiten und flaches Liegen nach dem Essen. Häufiger Reflux (mehr als 1–2×/Woche) gehört ärztlich abgeklärt.

GLP-1Glucagon-like Peptide-1

Körpereigenes Darmhormon, das nach dem Essen Insulin freisetzt, die Magenentleerung bremst und Sättigung meldet. Namensgeber der „Abnehmspritzen“ (Semaglutid, Tirzepatid), die dieses Signal künstlich verstärken.

Glykämischer IndexGI

Maß dafür, wie schnell und stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzucker anhebt — im Vergleich zu Traubenzucker. Hülsenfrüchte, Vollkorn und Haferflocken haben einen niedrigen GI, Weißbrot und zuckergesüßte Getränke einen hohen.

Granatapfel

Polyphenolreiche Frucht. Für Granatapfelsaft zeigt eine Meta-Analyse eine kleine, signifikante Blutdrucksenkung — bei gleichzeitig hohem Fruchtzuckergehalt des Safts. Kein zugelassener Health Claim.

Hashimoto-Thyreoiditis

Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift — häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland. Diagnose per Antikörpertest und Ultraschall, Behandlung mit Levothyroxin bei Unterfunktion.

HbA1cglykiertes Hämoglobin, „Langzeitzucker“

Anteil des Blutfarbstoffs, an den sich Zucker gebunden hat. Der Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen wider. Ab 5,7 % spricht man von Prädiabetes, ab 6,5 % von Diabetes.

Herpes labialisLippenherpes

Wiederkehrende Bläschen an der Lippe durch Reaktivierung des Herpes-simplex-Virus. Ansteckend vom ersten Kribbeln bis zur vollständigen Abheilung (meist 8–12 Tage). Antivirale Cremes oder Tabletten helfen, wenn sie sehr früh begonnen werden.

Holo-TranscobalaminHolo-TC, aktives B12

Der Anteil des Vitamin B12 im Blut, der an das Transportprotein Transcobalamin gebunden und damit für die Zellen verfügbar ist. Aussagekräftiger als das Gesamt-Serum-B12; zusammen mit der Methylmalonsäure erkennt man damit einen funktionellen B12-Mangel früher.

Homocystein

Zwischenprodukt im Aminosäurestoffwechsel, das mit Hilfe von Folat, Vitamin B12 und Vitamin B6 abgebaut wird. Ein erhöhter Spiegel gilt als Risikomarker für Gefäßkrankheiten; ihn mit B-Vitaminen zu senken verhinderte in Studien aber keine Herzinfarkte.

hs-CRPhochsensitives C-reaktives Protein

In der Leber gebildetes Eiweiß, dessen Blutspiegel mit allgemeiner Entzündungsaktivität steigt. Eine 30-Jahres-Studie zeigt: hs-CRP sagt das Herz-Kreislauf-Risiko mindestens so stark voraus wie LDL-Cholesterin.

Hyperkalzämie

Zu hoher Calciumspiegel im Blut. Zeichen: Appetitlosigkeit, Übelkeit, starker Durst, häufiges Wasserlassen, Verstopfung, Müdigkeit, Verwirrtheit. Sie ist der Mechanismus, über den eine chronische Vitamin-D-Überdosierung schadet.

Hypertoniearterieller Bluthochdruck

Dauerhaft erhöhter Blutdruck. Ab wiederholt gemessenen 140/90 mmHg in der Praxis (bzw. 135/85 mmHg zu Hause) spricht man von Hypertonie. Sie verursacht meist keine Beschwerden, erhöht aber das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden.

HypokaliämieKaliummangel im Blut

Zu niedriger Kaliumspiegel (unter etwa 3,6 mmol/l). Macht Muskelschwäche, Krämpfe, Verstopfung und Herzrhythmusstörungen. Häufigste Ursachen: Entwässerungstabletten, anhaltender Durchfall oder Erbrechen, Abführmittelmissbrauch. Kaliumpräparate sind bei Nierenschwäche gefährlich.

Inflammagingchronische niedriggradige Entzündung im Alter

Fachbegriff für „stille Entzündung“ — eine dauerhaft leicht erhöhte Immunaktivität ohne spürbare Symptome, die mit dem Alter zunimmt und an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und anderen alterstypischen Erkrankungen mitbeteiligt ist.

Influenzaechte Grippe

Infektion mit Influenzaviren. Typisch: plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, starken Glieder- und Kopfschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Antivirale Medikamente wirken nur in den ersten rund 48 Stunden. Die jährliche Impfung senkt Risiko und Schwere.

InsomnieEin- und Durchschlafstörung

Anhaltende Schlafstörung: Ein- oder Durchschlafprobleme über mehrere Wochen an mindestens drei Nächten pro Woche, mit Beeinträchtigung am Tag. Erste Wahl der Behandlung ist die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I), nicht ein Medikament.

Intrinsic-Faktor

Protein aus der Magenschleimhaut, das Vitamin B12 bindet und dessen Aufnahme im unteren Dünndarm ermöglicht. Fehlt es (z. B. bei Autoimmungastritis oder nach Magenoperation), entsteht ein B12-Mangel trotz ausreichender Zufuhr.

IPSSInternational Prostate Symptom Score

Validierter Fragebogen aus sieben Fragen zu Beschwerden beim Wasserlassen, Ergebnis 0–35 Punkte. Er misst die Schwere der Symptome und eignet sich zur Verlaufsbeobachtung, nicht zur Diagnose.

Knöchel-Arm-IndexABI

Verhältnis des Blutdrucks am Knöchel zu dem am Oberarm. Ein Wert unter 0,9 spricht für eine pAVK. Einfache, schmerzlose Basisuntersuchung bei Verdacht auf eine arterielle Durchblutungsstörung der Beine.

Kollagen

Häufigstes Struktureiweiß des Körpers, Baustein von Haut, Sehnen, Knorpel und Knochen. „Trinkkollagen“ ist hydrolysiertes Kollagen (kurze Peptide). Der Nutzen für Haut und Gelenke ist klein und schwach belegt, meist in herstellerfinanzierten Studien. Für Kollagen selbst gibt es keinen zugelassenen Health Claim; nur Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei.

Komplizierter Harnwegsinfekt

Harnwegsinfekt mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf oder Therapieversagen — u. a. bei Männern grundsätzlich, sowie bei Abflusshindernis, Katheter, Nierenbeteiligung, Schwangerschaft oder Diabetes. Erfordert Urinkultur und meist eine längere, gezielte Antibiotikatherapie.

KreatinKreatinmonohydrat

Körpereigenes Molekül, das als schneller Energiepuffer in der Muskulatur gespeichert wird. In Kombination mit Krafttraining gut belegte Wirkung auf Muskelkraft. Die Mythen um Haarausfall und Nierenschäden halten aktuellen Studien nicht stand.

KVT-Ikognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie

Strukturiertes Programm aus Stimuluskontrolle (Bett nur zum Schlafen), Bettzeit-Begrenzung, Schlafhygiene und Techniken gegen Grübeln. In Meta-Analysen wirksamer und nachhaltiger als Schlafmittel — erste Wahl bei chronischer Insomnie.

LDL-CholesterinLDL

Der Anteil des Blutcholesterins, der sich bei dauerhaft hohen Werten in die Gefäßwand einlagert und die Arteriosklerose vorantreibt. Ein Risikofaktor unter mehreren — der Zielwert wird individuell nach dem Gesamtrisiko festgelegt, nicht pauschal.

LevothyroxinL-Thyroxin

Künstlich hergestelltes Schilddrüsenhormon, Standardtherapie bei Schilddrüsenunterfunktion. Muss nüchtern eingenommen werden, mit zeitlichem Abstand zu Kaffee, Calcium, Eisen und Soja, da diese die Aufnahme verringern können.

Lutein

Gelb-oranger Pflanzenfarbstoff (Carotinoid) aus grünem Gemüse, der sich in der Makula anreichert. Bestandteil der AREDS2-Formeln bei fortgeschrittener Makuladegeneration. Für Lutein gibt es keinen zugelassenen gesundheitsbezogenen Wirkungs-Claim.

LUTSlower urinary tract symptoms — Symptome des unteren Harntrakts

Sammelbegriff für alle Beschwerden rund um Blase und Harnröhre: schwacher Strahl, Startverzögerung, Nachträufeln (Entleerungssymptome) sowie Harndrang, häufiges und nächtliches Wasserlassen (Speichersymptome).

MakuladegenerationAMDaltersbedingte Makuladegeneration

Fortschreitende Schädigung der Netzhautmitte (Makula) im höheren Alter mit Verzerrt- und Verschwommensehen im Zentrum. Risikofaktoren: Alter, Rauchen, genetische Veranlagung. Gehört augenärztlich betreut; Selbstmedikation mit „Augen-Vitaminen“ ist kein Ersatz.

MikrobiomDarmflora

Die Gesamtheit der Billionen Bakterien im Darm. Sie helfen bei der Verdauung von Ballaststoffen, bilden kurzkettige Fettsäuren und trainieren das Immunsystem. Es gibt keinen definierten Soll-Zustand — als „gesund“ gilt vor allem Vielfalt.

Miktion

Der medizinische Begriff für das Wasserlassen (die Blasenentleerung). Ein Miktionstagebuch protokolliert Zeitpunkt und Menge jedes Toilettengangs über zwei bis drei Tage.

Minoxidil

Wirkstoff zum Auftragen auf die Kopfhaut (2 % oder 5 %), der die Wachstumsphase der Haare verlängert. Bremst den erblich bedingten Haarausfall und bringt bei einem Teil der Männer mehr Haar — schwächer als Finasterid, aber rezeptfrei. Wirkt nur bei dauerhafter Anwendung.

MitophagieAbbau und Recycling geschädigter Mitochondrien

Spezialform der Autophagie, die gezielt fehlerhafte Mitochondrien (die „Kraftwerke“ der Zelle) abbaut. Wird mit dem Alter seltener — Urolithin A soll diesen Prozess anstoßen.

Morbus Basedow

Autoimmunerkrankung, die die Schilddrüse zur Hormonüberproduktion antreibt — häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. Typisch: Herzrasen, Gewichtsverlust, Schwitzen, manchmal hervortretende Augen.

Morgensteife

Steifigkeit eines Gelenks nach dem Aufwachen oder nach längerer Ruhe. Unter 30 Minuten spricht eher für eine Arthrose oder Überlastung, über 30–60 Minuten für eine entzündliche Gelenkerkrankung wie die rheumatoide Arthritis.

NAD+Nicotinamidadenindinukleotid

Molekül, das in jeder Zelle für Energiegewinnung und DNA-Reparatur gebraucht wird und mit dem Alter abnimmt. NMN ist eine Vorstufe, die den Spiegel wieder anheben soll.

NIH-CPSINIH Chronic Prostatitis Symptom Index

Fragebogen speziell für die chronische Prostatitis. Er erfasst getrennt die drei Bereiche Schmerz, Beschwerden beim Wasserlassen und Lebensqualität und dient der Verlaufskontrolle.

NMNNicotinamidmononukleotid

Unmittelbare Vorstufe von NAD+. Die meistzitierte Humanstudie zeigt verbesserte Insulinsensitivität — bislang nur bei Frauen nach den Wechseljahren untersucht, nicht an Männern.

Nutritive Optikusneuropathie

Schädigung des Sehnervs durch einen schweren, langen Nährstoffmangel — vor allem Vitamin B12, verstärkt durch Rauchen und Alkohol (früher „Tabak-Alkohol-Amblyopie“). Zeichen: langsam zunehmende zentrale Sehunschärfe, blasse Farben, ein Fleck in der Blickmitte. Früh behandelt teils rückbildungsfähig.

Nykturie

Nächtliches Wasserlassen: Man muss nachts ein- oder mehrmals aufstehen, um die Blase zu entleeren. Häufige Ursachen sind eine vergrößerte Prostata, eine überaktive Blase, späte Trinkmengen, Herz- oder Schlafprobleme.

Ödem

Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, sichtbar als Schwellung (oft am Knöchel). Ein Symptom mit vielen Ursachen — Venenschwäche, Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung, Medikamente, Lymphstau. Beidseitig und lageabhängig ist meist harmlos; einseitig und plötzlich gehört abgeklärt.

Osteoporose„Knochenschwund“

Verminderte Knochendichte und -struktur mit erhöhtem Bruchrisiko. Betrifft auch Männer: jeder fünfte über 50 erleidet einen osteoporosebedingten Bruch. Diagnose über eine Knochendichtemessung (DXA); Basis sind Krafttraining, Eiweiß, Calcium und Vitamin D.

pAVKperiphere arterielle Verschlusskrankheit

Verengung der Bein- (selten Arm-)Schlagadern durch Arteriosklerose. Führt zu Wadenschmerz beim Gehen (Schaufensterkrankheit), kalten, blassen Füßen und schlecht heilenden Wunden. Wichtiger Marker für ein hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Perniziöse Anämie

Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel infolge einer Autoimmungastritis: Antikörper zerstören die Belegzellen des Magens oder den Intrinsic-Faktor. Häufigste Ursache eines schweren B12-Mangels in Industrieländern; Behandlung mit B12-Spritzen oder hoch dosierten Tabletten, meist lebenslang.

PflanzensterinePhytosterine / Phytostanole

Pflanzliche Stoffe (u. a. in angereicherten Margarinen), die die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen und das LDL dosisabhängig um rund 6–12 % senken. Ein Effekt auf Herzinfarkte ist nicht belegt; bei der seltenen Sitosterolämie sind sie schädlich.

Polypharmazie

Die dauerhafte Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten. Häufig bei über 65-Jährigen; jedes zusätzliche Mittel erhöht das Risiko für Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Stürze und Krankenhauseinweisungen.

Präbiotikum

Nicht verdaulicher Nahrungsbestandteil (z. B. Inulin, Oligofruktose), der gezielt nützliche Darmbakterien wie Bifidobakterien fördert. Nicht zu verwechseln mit Probiotika (lebende Bakterien). Präbiotika können dosisabhängig blähen.

Prädiabetes

Vorstufe des Typ-2-Diabetes: Der Blutzucker ist erhöht, erreicht aber noch nicht die Diabetes-Grenze (Nüchternglukose 100–125 mg/dl oder HbA1c 5,7–6,4 %). Mit Ernährung und Bewegung oft rückbildungsfähig.

Probiotika

Lebende Bakterienkulturen als Nahrungsergänzung. Wirkung ist stammspezifisch. Beste Belege bei Antibiotika-assoziiertem Durchfall; bei Reizdarm kleine, uneinheitliche Effekte. Für Gesunde kein Nutzen-Beleg; in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

Prostatitis

Entzündung bzw. Reizzustand der Prostata. Die US-Gesundheitsbehörde NIH unterscheidet vier Formen: akut bakteriell, chronisch bakteriell, chronisches Beckenschmerzsyndrom (mit Abstand am häufigsten) und asymptomatisch.

PSAprostataspezifisches Antigen

Ein Eiweiß, das die Prostata bildet und das im Blut messbar ist. Der Wert kann bei Krebs, aber auch bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung oder nach mechanischer Reizung erhöht sein. Er ist Teil der Krebsfrüherkennung, aber kein eindeutiger Test.

PsylliumFlohsamenschalen, Plantago ovata

Löslicher, stark quellender Ballaststoff aus den Samenschalen von Wegerich-Arten. Bildet im Darm ein Wassergel, macht den Stuhl weicher und regelmäßiger und senkt LDL-Cholesterin und Blutzuckerspitzen leicht. Immer einschleichend dosieren und mit viel Flüssigkeit einnehmen.

Rebound-Hypersekretionüberschießende Säureproduktion nach Absetzen

Nach längerer Einnahme eines Säureblockers (PPI) produziert der Magen für zwei bis vier Wochen vorübergehend mehr Säure als vorher. Erzeugt Sodbrennen auch ohne Vorerkrankung und wird leicht als Rückfall fehlgedeutet. Lässt sich durch Ausschleichen mildern.

ReizdarmsyndromRDSColon irritabile, irritable bowel syndrome (IBS)

Häufige funktionelle Darmstörung mit Bauchschmerzen, Blähungen und verändertem Stuhlgang, ohne fassbare organische Ursache. Nicht gefährlich, aber belastend. Behandelt wird symptomorientiert (Ernährung, Pfefferminzöl, ggf. stammabhängige Probiotika).

Restharn

Die Urinmenge, die nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt. Viel Restharn spricht für eine Abflussbehinderung oder eine geschwächte Blase und wird per Ultraschall gemessen — wichtig vor drangdämpfenden Medikamenten.

Rheumatoide ArthritisRA

Chronische Autoimmun-Gelenkentzündung mit meist symmetrischem Befall kleiner Gelenke (Finger, Handgelenke), weicher Schwellung, langer Morgensteife und oft Müdigkeit. Je früher krankheitsmodifizierend behandelt wird, desto seltener bleibende Gelenkschäden.

SchachtelhalmAckerschachtelhalm, Zinnkraut

Siliziumreiche Pflanze, traditionell harntreibend genutzt und für Haare, Nägel und Bindegewebe beworben. Für den Extrakt selbst fehlen kontrollierte Studien; wirkt harntreibend, bei Nieren-/Herzerkrankung vorher ärztlich abklären.

SchaufensterkrankheitClaudicatio intermittens

Krampfartiger Wadenschmerz beim Gehen, der nach kurzem Stehen wieder verschwindet — Leitsymptom der pAVK. Behandlung: Rauchstopp und strukturiertes Gehtraining bis in den Schmerz, dazu Statin und Blutdruck-/Diabeteseinstellung.

Seborrhoisches Ekzemseborrhoische Dermatitis

Mild entzündliche Hauterkrankung mit gelblichen, fettig wirkenden Schuppen und Rötung an talgdrüsenreichen Stellen (Kopfhaut, Nasenflügel, Augenbrauen). Beteiligt ist der Hefepilz Malassezia. Behandlung mit antimykotischen Shampoos (Ketoconazol, Ciclopirox), nicht mit Öl.

SelenoseSelenvergiftung

Folge einer chronisch zu hohen Selenzufuhr (meist über 400–800 µg/Tag über Monate): Knoblauchgeruch der Atemluft, brüchige Nägel, Haarausfall, Hautausschlag und Nervenstörungen. Der Abstand zwischen Bedarf (~70 µg) und schädlicher Menge ist klein.

ShilajitMumijo, Mumie, Moomiyo

Mineralisch-organisches Harz, das aus Felsspalten im Himalaya und anderen Hochgebirgen austritt. In der Ayurveda-Medizin traditionell als Vitalstoff verwendet; eine placebokontrollierte Studie zeigt einen Testosteron-Anstieg bei gesunden Männern. Reinheit (Schwermetallgehalt) ist entscheidend für die Sicherheit.

Spermidinkörpereigenes Polyamin

Kommt u. a. in Weizenkeimen, gereiftem Käse und Hülsenfrüchten vor und regt in Zellmodellen Autophagie an. Die bislang größte Humanstudie fand keinen signifikanten Effekt auf Gedächtnis; niedrig dosierte Kapseln erhöhen den Blutspiegel oft gar nicht messbar.

StatineCSE-Hemmer, z. B. Atorvastatin, Simvastatin

Medikamente, die die körpereigene Cholesterinbildung hemmen und das LDL senken. Am besten untersuchte Herz-Kreislauf-Wirkstoffe: pro 1 mmol/l LDL-Senkung rund ein Fünftel weniger schwere Gefäßereignisse pro Jahr. Häufigste Nebenwirkung sind Muskelbeschwerden, davon ein Teil Nocebo.

Taurinschwefelhaltige Aminosäure

Körpereigene Aminosäure mit belegter, moderater Wirkung auf Blutdruck und Herzfunktion. Eine Science-Studie (2023) zeigte sinkende Spiegel im Alter und Lebensverlängerung bei Mäusen — beim Menschen bislang nicht in einer Lebensspanne-Studie bestätigt.

Tiefe BeinvenenthromboseTVT

Blutgerinnsel in einer tiefen Bein- oder Beckenvene. Warnzeichen: ein Bein plötzlich einseitig geschwollen, warm, schmerzhaft (Wade). Ein Notfall wegen der Gefahr einer Lungenembolie — sofort ärztlich abklären, bei Atemnot oder Brustschmerz Notruf 112.

Trockenes AugeSicca-Symptomatik

Instabiler oder zu geringer Tränenfilm: Brennen, Fremdkörpergefühl, paradoxes Tränen, verschwommenes Sehen. Häufig durch Bildschirmarbeit, trockene Raumluft, Zugluft, Lidranderkrankungen oder Medikamente. Behandlung: Auslöser mindern, konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen; bei Dauerbeschwerden augenärztlich.

TRTTestosteronersatztherapie (testosterone replacement therapy)

Die Zufuhr von Testosteron als Gel, Spritze oder Pflaster bei nachgewiesenem Mangel. Sie erfordert eine gesicherte Diagnose, den Ausschluss von Gegenanzeigen und regelmäßige Kontrollen von Blutbild, PSA und Symptomen.

Urolithin Abakterielles Stoffwechselprodukt aus Ellagitanninen

Entsteht im Darm aus Ellagitanninen (Granatapfel, Walnüsse) — nur ein Teil der Menschen bildet es in relevanter Menge selbst. Soll über Mitophagie die Muskelkraft verbessern; die stärksten positiven Daten stammen aus herstellerfinanzierten Studien.

Vitamin B12Cobalamin

Vitamin, das ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt und für Blutbildung und die Nervenscheiden (Myelin) notwendig ist. Ein Mangel kann sich neurologisch zeigen (Kribbeln, Gangunsicherheit, Konzentrationsprobleme), auch ohne Blutarmut. Risikogruppen: Metformin, Magensäureblocker, vegane Ernährung, Alter, nach Magen-OP.

Vitamin-K-AntagonistVKACumarine: Phenprocoumon (Marcumar), Warfarin

Blutverdünner, die wirken, indem sie Vitamin K blockieren und so die Bildung von Gerinnungsfaktoren bremsen. Zusätzliches Vitamin K (K1 oder K2) schwächt die Wirkung ab und macht die Einstellung (INR) instabil. Für DOAK (Eliquis, Xarelto u. a.) und ASS gilt das nicht.

WeißdornCrataegus

Flavonoidreicher Extrakt aus Blättern und Blüten des Weißdorns. Am besten untersucht als Ergänzung zur Standardtherapie bei diagnostizierter Herzinsuffizienz (Cochrane); für gesunde Menschen zur „Kreislaufstärkung“ fehlt überzeugende Evidenz. Kein zugelassener Health Claim.