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Mann·Vitalis

Wissensarchiv

Glossar

Die wichtigsten Fachbegriffe aus unseren Artikeln — in ein bis drei Sätzen erklärt, mit Verweis auf die passenden Beiträge.

5-Alpha-Reduktase-HemmerFinasterid, Dutasterid

Medikamente, die die Umwandlung von Testosteron in das wachstumsfördernde DHT blockieren. Sie verkleinern eine große Prostata über Monate und senken das Risiko für Harnverhalt und Operation. Der PSA-Wert halbiert sich unter der Therapie.

Alpha-BlockerAlpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten

Medikamente wie Tamsulosin oder Alfuzosin, die die Muskulatur in Prostata und Blasenhals entspannen. Sie lindern Beschwerden beim Wasserlassen innerhalb von Tagen bis Wochen, bremsen das Prostatawachstum aber nicht.

ArthroseOsteoarthrose, „Gelenkverschleiß“

Abbau des Gelenkknorpels über Jahre mit Umbau des angrenzenden Knochens. Typisch sind Anlauf- und Belastungsschmerz, kurze Morgensteife (meist unter 30 Minuten) und ein einzelnes betroffenes Gelenk (Knie, Hüfte, Daumen, Fuß). Basisbehandlung ist Bewegung und, bei Übergewicht, Gewichtsabnahme.

Benigne ProstatahyperplasieBPHgutartige Prostatavergrößerung

Die altersbedingte, gutartige Vergrößerung der Prostata. Sie kann die Harnröhre einengen und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Betrifft rund die Hälfte der Männer über 60 und ist kein Krebs.

Chronisches BeckenschmerzsyndromCPPSchronic pelvic pain syndrome, NIH-Kategorie III

Die häufigste Form der chronischen Prostatitis: Beckenschmerz über mindestens drei Monate, oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und bei der Ejakulation, ohne dass sich Bakterien nachweisen lassen.

DHTDihydrotestosteron

Ein wirkstärkerer Abkömmling des Testosterons, der in der Prostata aus Testosteron gebildet wird. DHT treibt das Wachstum des Prostatagewebes an — Ansatzpunkt der 5-Alpha-Reduktase-Hemmer.

Digital-rektale UntersuchungDRU

Tastuntersuchung der Prostata mit dem Finger über den Enddarm. Sie liefert Hinweise auf Größe, Konsistenz und auffällige Verhärtungen und gehört zur Basisabklärung bei Prostatabeschwerden.

HbA1cglykiertes Hämoglobin, „Langzeitzucker“

Anteil des Blutfarbstoffs, an den sich Zucker gebunden hat. Der Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen wider. Ab 5,7 % spricht man von Prädiabetes, ab 6,5 % von Diabetes.

IPSSInternational Prostate Symptom Score

Validierter Fragebogen aus sieben Fragen zu Beschwerden beim Wasserlassen, Ergebnis 0–35 Punkte. Er misst die Schwere der Symptome und eignet sich zur Verlaufsbeobachtung, nicht zur Diagnose.

LUTSlower urinary tract symptoms — Symptome des unteren Harntrakts

Sammelbegriff für alle Beschwerden rund um Blase und Harnröhre: schwacher Strahl, Startverzögerung, Nachträufeln (Entleerungssymptome) sowie Harndrang, häufiges und nächtliches Wasserlassen (Speichersymptome).

Miktion

Der medizinische Begriff für das Wasserlassen (die Blasenentleerung). Ein Miktionstagebuch protokolliert Zeitpunkt und Menge jedes Toilettengangs über zwei bis drei Tage.

Morgensteife

Steifigkeit eines Gelenks nach dem Aufwachen oder nach längerer Ruhe. Unter 30 Minuten spricht eher für eine Arthrose oder Überlastung, über 30–60 Minuten für eine entzündliche Gelenkerkrankung wie die rheumatoide Arthritis.

NIH-CPSINIH Chronic Prostatitis Symptom Index

Fragebogen speziell für die chronische Prostatitis. Er erfasst getrennt die drei Bereiche Schmerz, Beschwerden beim Wasserlassen und Lebensqualität und dient der Verlaufskontrolle.

Nykturie

Nächtliches Wasserlassen: Man muss nachts ein- oder mehrmals aufstehen, um die Blase zu entleeren. Häufige Ursachen sind eine vergrößerte Prostata, eine überaktive Blase, späte Trinkmengen, Herz- oder Schlafprobleme.

Prädiabetes

Vorstufe des Typ-2-Diabetes: Der Blutzucker ist erhöht, erreicht aber noch nicht die Diabetes-Grenze (Nüchternglukose 100–125 mg/dl oder HbA1c 5,7–6,4 %). Mit Ernährung und Bewegung oft rückbildungsfähig.

Prostatitis

Entzündung bzw. Reizzustand der Prostata. Die US-Gesundheitsbehörde NIH unterscheidet vier Formen: akut bakteriell, chronisch bakteriell, chronisches Beckenschmerzsyndrom (mit Abstand am häufigsten) und asymptomatisch.

PSAprostataspezifisches Antigen

Ein Eiweiß, das die Prostata bildet und das im Blut messbar ist. Der Wert kann bei Krebs, aber auch bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung oder nach mechanischer Reizung erhöht sein. Er ist Teil der Krebsfrüherkennung, aber kein eindeutiger Test.

Restharn

Die Urinmenge, die nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt. Viel Restharn spricht für eine Abflussbehinderung oder eine geschwächte Blase und wird per Ultraschall gemessen — wichtig vor drangdämpfenden Medikamenten.

Rheumatoide ArthritisRA

Chronische Autoimmun-Gelenkentzündung mit meist symmetrischem Befall kleiner Gelenke (Finger, Handgelenke), weicher Schwellung, langer Morgensteife und oft Müdigkeit. Je früher krankheitsmodifizierend behandelt wird, desto seltener bleibende Gelenkschäden.

TRTTestosteronersatztherapie (testosterone replacement therapy)

Die Zufuhr von Testosteron als Gel, Spritze oder Pflaster bei nachgewiesenem Mangel. Sie erfordert eine gesicherte Diagnose, den Ausschluss von Gegenanzeigen und regelmäßige Kontrollen von Blutbild, PSA und Symptomen.