Wissensarchiv
Glossar
Die wichtigsten Fachbegriffe aus unseren Artikeln — in ein bis drei Sätzen erklärt, mit Verweis auf die passenden Beiträge.
- 5-Alpha-Reduktase-Hemmer
- Alpha-Blocker
- Arthrose
- BPH
- CPPS
- DHT
- DRU
- HbA1c
- IPSS
- LUTS
- Miktion
- Morgensteife
- NIH-CPSI
- Nykturie
- Prädiabetes
- Prostatitis
- PSA
- Restharn
- RA
- Testosteron
- TRT
- 5-Alpha-Reduktase-HemmerFinasterid, Dutasterid
Medikamente, die die Umwandlung von Testosteron in das wachstumsfördernde DHT blockieren. Sie verkleinern eine große Prostata über Monate und senken das Risiko für Harnverhalt und Operation. Der PSA-Wert halbiert sich unter der Therapie.
Mehr dazu: Vergrößerte Prostata: welche Medikamente helfen — und wann
Siehe auch: DHT · PSA · Alpha-Blocker
- Alpha-BlockerAlpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten
Medikamente wie Tamsulosin oder Alfuzosin, die die Muskulatur in Prostata und Blasenhals entspannen. Sie lindern Beschwerden beim Wasserlassen innerhalb von Tagen bis Wochen, bremsen das Prostatawachstum aber nicht.
- ArthroseOsteoarthrose, „Gelenkverschleiß“
Abbau des Gelenkknorpels über Jahre mit Umbau des angrenzenden Knochens. Typisch sind Anlauf- und Belastungsschmerz, kurze Morgensteife (meist unter 30 Minuten) und ein einzelnes betroffenes Gelenk (Knie, Hüfte, Daumen, Fuß). Basisbehandlung ist Bewegung und, bei Übergewicht, Gewichtsabnahme.
Mehr dazu: Gelenkentzündung: Ursachen, Warnzeichen und was hilft · Entzündetes, geschwollenes Knie: Ursachen und wann zum Arzt · Schmerzen in den Fingergelenken: Arthrose, Rheuma oder Überlastung? · Arthrose im Fuß: Symptome, Verlauf und was konservativ hilft
Siehe auch: Rheumatoide Arthritis · Morgensteife
- Benigne ProstatahyperplasieBPHgutartige Prostatavergrößerung
Die altersbedingte, gutartige Vergrößerung der Prostata. Sie kann die Harnröhre einengen und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Betrifft rund die Hälfte der Männer über 60 und ist kein Krebs.
- Chronisches BeckenschmerzsyndromCPPSchronic pelvic pain syndrome, NIH-Kategorie III
Die häufigste Form der chronischen Prostatitis: Beckenschmerz über mindestens drei Monate, oft mit Beschwerden beim Wasserlassen und bei der Ejakulation, ohne dass sich Bakterien nachweisen lassen.
- DHTDihydrotestosteron
Ein wirkstärkerer Abkömmling des Testosterons, der in der Prostata aus Testosteron gebildet wird. DHT treibt das Wachstum des Prostatagewebes an — Ansatzpunkt der 5-Alpha-Reduktase-Hemmer.
- Digital-rektale UntersuchungDRU
Tastuntersuchung der Prostata mit dem Finger über den Enddarm. Sie liefert Hinweise auf Größe, Konsistenz und auffällige Verhärtungen und gehört zur Basisabklärung bei Prostatabeschwerden.
- HbA1cglykiertes Hämoglobin, „Langzeitzucker“
Anteil des Blutfarbstoffs, an den sich Zucker gebunden hat. Der Wert spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8–12 Wochen wider. Ab 5,7 % spricht man von Prädiabetes, ab 6,5 % von Diabetes.
- IPSSInternational Prostate Symptom Score
Validierter Fragebogen aus sieben Fragen zu Beschwerden beim Wasserlassen, Ergebnis 0–35 Punkte. Er misst die Schwere der Symptome und eignet sich zur Verlaufsbeobachtung, nicht zur Diagnose.
- LUTSlower urinary tract symptoms — Symptome des unteren Harntrakts
Sammelbegriff für alle Beschwerden rund um Blase und Harnröhre: schwacher Strahl, Startverzögerung, Nachträufeln (Entleerungssymptome) sowie Harndrang, häufiges und nächtliches Wasserlassen (Speichersymptome).
- Miktion
Der medizinische Begriff für das Wasserlassen (die Blasenentleerung). Ein Miktionstagebuch protokolliert Zeitpunkt und Menge jedes Toilettengangs über zwei bis drei Tage.
- Morgensteife
Steifigkeit eines Gelenks nach dem Aufwachen oder nach längerer Ruhe. Unter 30 Minuten spricht eher für eine Arthrose oder Überlastung, über 30–60 Minuten für eine entzündliche Gelenkerkrankung wie die rheumatoide Arthritis.
- NIH-CPSINIH Chronic Prostatitis Symptom Index
Fragebogen speziell für die chronische Prostatitis. Er erfasst getrennt die drei Bereiche Schmerz, Beschwerden beim Wasserlassen und Lebensqualität und dient der Verlaufskontrolle.
- Nykturie
Nächtliches Wasserlassen: Man muss nachts ein- oder mehrmals aufstehen, um die Blase zu entleeren. Häufige Ursachen sind eine vergrößerte Prostata, eine überaktive Blase, späte Trinkmengen, Herz- oder Schlafprobleme.
- Prädiabetes
Vorstufe des Typ-2-Diabetes: Der Blutzucker ist erhöht, erreicht aber noch nicht die Diabetes-Grenze (Nüchternglukose 100–125 mg/dl oder HbA1c 5,7–6,4 %). Mit Ernährung und Bewegung oft rückbildungsfähig.
- Prostatitis
Entzündung bzw. Reizzustand der Prostata. Die US-Gesundheitsbehörde NIH unterscheidet vier Formen: akut bakteriell, chronisch bakteriell, chronisches Beckenschmerzsyndrom (mit Abstand am häufigsten) und asymptomatisch.
- PSAprostataspezifisches Antigen
Ein Eiweiß, das die Prostata bildet und das im Blut messbar ist. Der Wert kann bei Krebs, aber auch bei gutartiger Vergrößerung, Entzündung oder nach mechanischer Reizung erhöht sein. Er ist Teil der Krebsfrüherkennung, aber kein eindeutiger Test.
- Restharn
Die Urinmenge, die nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibt. Viel Restharn spricht für eine Abflussbehinderung oder eine geschwächte Blase und wird per Ultraschall gemessen — wichtig vor drangdämpfenden Medikamenten.
Mehr dazu: Wasserlassen und Prostata: warum die Blase drückt und was hilft · Prostata und Harndrang: warum die Blase drückt und was hilft · Symptome einer vergrößerten Prostata: woran du eine BPH erkennst · Der erste Urologie-Termin: Ablauf, Untersuchungen, gute Vorbereitung · Prostata-OP bei gutartiger Vergrößerung: die Verfahren im Vergleich
- Rheumatoide ArthritisRA
Chronische Autoimmun-Gelenkentzündung mit meist symmetrischem Befall kleiner Gelenke (Finger, Handgelenke), weicher Schwellung, langer Morgensteife und oft Müdigkeit. Je früher krankheitsmodifizierend behandelt wird, desto seltener bleibende Gelenkschäden.
- Testosteron
Das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Der Spiegel sinkt ab etwa dem 30. Lebensjahr langsam. Ein behandlungsbedürftiger Mangel liegt erst vor, wenn niedrige Messwerte mit typischen Beschwerden zusammentreffen.
Mehr dazu: Testosteronmangel behandeln: Schritt für Schritt von Lebensstil bis Ersatztherapie · Testosteronmangel beim Mann: Behandlung und was wirklich hilft · Testosteronmangel ab 40: was normal ist und was nicht · Testosteronmangel und Müdigkeit: wie eng der Zusammenhang wirklich ist · Testosteronmangel und Libidoverlust: das aussagekräftigste Symptom · Testosteronmangel und Muskelabbau: was das Hormon leistet und was das Training · Testosteronmangel und Bauchfett: ein Kreislauf, der in beide Richtungen läuft
- TRTTestosteronersatztherapie (testosterone replacement therapy)
Die Zufuhr von Testosteron als Gel, Spritze oder Pflaster bei nachgewiesenem Mangel. Sie erfordert eine gesicherte Diagnose, den Ausschluss von Gegenanzeigen und regelmäßige Kontrollen von Blutbild, PSA und Symptomen.
Mehr dazu: Testosteronmangel behandeln: Schritt für Schritt von Lebensstil bis Ersatztherapie · Testosteronmangel beim Mann: Behandlung und was wirklich hilft · Testosteronmangel ab 40: was normal ist und was nicht · Testosteronmangel und Depression: Zusammenhang, Abgrenzung, Behandlung
Siehe auch: Testosteron · PSA