Hohes RisikoMedikament
Johanniskraut × Antidepressiva (SSRI, SNRI, MAO-Hemmer)
Was passiert: Johanniskraut wirkt selbst serotonerg — zusammen mit Antidepressiva droht ein Serotonin-Syndrom (Unruhe, Zittern, Schwitzen, Herzrasen, im Extremfall lebensbedrohlich).
Was tun: Nicht kombinieren. Johanniskraut-haltige Präparate (auch in „“ und „“) bei laufender antidepressiver Therapie meiden.
Hohes RisikoMedikament
Johanniskraut × Antibabypille / hormonelle Verhütung
Was passiert: Johanniskraut beschleunigt den Abbau von Hormonen in der Leber — die empfängnisverhütende Wirkung kann versagen, Zwischenblutungen sind häufig.
Was tun: Bei hormoneller Verhütung kein Johanniskraut einnehmen. Betrifft auch die Partnerin, wenn sie das Präparat nutzt.
Hohes RisikoMedikament
Johanniskraut × Blutverdünner, Herz- und Blutdruckmittel, Immunsuppressiva, HIV-Medikamente
Was passiert: Johanniskraut induziert Abbauenzyme (CYP3A4) und den Transporter P-Glykoprotein — die Spiegel vieler Medikamente sinken, die Wirkung geht verloren (u. a. Marcumar/DOAK, Ciclosporin/Tacrolimus, Digoxin, einige Blutdruck- und Krebsmedikamente).
Was tun: Bei jeder Dauermedikation vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke abklären. Nach dem Absetzen normalisieren sich die Enzyme erst über 1–2 Wochen.
Hohes RisikoMedikament
Kalium (Präparat oder Kalium-Speisesalz) × ACE-Hemmer, Sartane, Aldosteronantagonisten (Spironolacton), kaliumsparende Diuretika
Was passiert: Diese Medikamente heben den Kaliumspiegel ohnehin an. Zusätzliches Kalium kann eine gefährliche Hyperkaliämie mit Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand auslösen — oft ohne Vorwarnung.
Was tun: Kein Kaliumpräparat und kein kaliumreiches Diätsalz ohne ärztliche Anordnung und Kontrolle des Blutwerts. Kalium aus Gemüse und Obst ist davon nicht betroffen.
Hohes RisikoVorerkrankung
Was passiert: Die Niere scheidet Kalium nicht mehr ausreichend aus — Präparate und Kalium-Salz können den Spiegel gefährlich ansteigen lassen.
Was tun: Bei bekannter Nierenschwäche keine Kalium-Supplemente; auch die Kaliumzufuhr über die Ernährung wird dann ärztlich gesteuert.
Hohes RisikoMedikament
Vitamin K2 × Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon/Marcumar, Warfarin)
Was passiert: Diese Blutverdünner wirken, indem sie Vitamin K blockieren. Zusätzliches Vitamin K1 oder K2 hebt die Wirkung teilweise auf und macht den INR-Wert instabil.
Was tun: Unter Marcumar/Warfarin kein Vitamin-K-Präparat ohne Rücksprache. Bei stabiler Ernährung ist der Vitamin-K-Gehalt von Lebensmitteln kein Problem — Schwankungen vermeiden. Für DOAK (Apixaban, Rivaroxaban u. a.) gilt das nicht.
Mittleres RisikoMedikament
Ashwagandha × Beruhigungs- und Schlafmittel, Alkohol
Was passiert: Ashwagandha kann sedierend wirken und die dämpfende Wirkung von Benzodiazepinen, Schlafmitteln, Antihistaminika und Alkohol verstärken.
Was tun: Nicht mit Beruhigungsmitteln kombinieren; keine sicherheitsrelevanten Tätigkeiten, bis die individuelle Wirkung bekannt ist.
Mittleres RisikoMedikament
Ashwagandha × Schilddrüsenhormone, Immunsuppressiva, Blutzucker- und Blutdruckmedikamente
Was passiert: Ashwagandha kann die Schilddrüsenhormone (fT3/fT4) erhöhen, das Immunsystem anregen (Gegenspieler von Immunsuppressiva) und Blutzucker sowie Blutdruck zusätzlich senken.
Was tun: Bei Schilddrüsenüberfunktion, Autoimmunerkrankung mit Immunsuppression, Diabetes oder Blutdrucktherapie vorher ärztlich abklären. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; bei Lebererkrankung meiden.
Mittleres RisikoMedikament
Calcium (Präparat) × Schilddrüsenhormone, Bisphosphonate, bestimmte Antibiotika, Eisenpräparate
Was passiert: Calcium vermindert die Aufnahme dieser Wirkstoffe im Darm.
Was tun: Calcium-Präparate mit mehreren Stunden Abstand einnehmen; L-Thyroxin morgens nüchtern, Calcium erst später.
Mittleres RisikoMedikament
Curcuma / Kurkuma-Extrakt × Blutverdünner (Marcumar, DOAK, ASS, Clopidogrel)
Was passiert: Hoch dosierte Curcumin-Extrakte können die Blutgerinnung zusätzlich hemmen — das Blutungsrisiko steigt.
Was tun: Unter Blutverdünnern hoch dosierte Curcuma-Präparate meiden oder ärztlich abstimmen. Küchen-Kurkuma im Curry ist unproblematisch.
Mittleres RisikoVorerkrankung
Was passiert: Curcuma regt den Gallenfluss an — bei einem Abflusshindernis kann das Koliken auslösen.
Was tun: Bei bekannten Gallensteinen oder Gallenwegsproblemen keine Curcuma-Präparate ohne ärztliche Rücksprache.
Mittleres RisikoMedikament
Flohsamenschalen (Psyllium) × Tabletten allgemein — u. a. Schilddrüsenhormone, Metformin, Digoxin, Lithium, Carbamazepin
Was passiert: Das Quellgel bindet Wirkstoffe im Darm und verzögert oder verringert ihre Aufnahme.
Was tun: Flohsamen mit 1–2 Stunden Abstand vor oder nach Medikamenten einnehmen und viel Flüssigkeit trinken.
Mittleres RisikoMedikament
Was passiert: Diese Stoffe können die Wirkung von Benzodiazepinen, „“, sedierenden Antidepressiva, Antihistaminika und Alkohol verstärken — mehr Müdigkeit, verlängerte Reaktionszeit.
Was tun: Nicht kombinieren; am Folgetag auf mögliche Restmüdigkeit achten. Melatonin außerdem mit Vorsicht bei bestimmten Blutdruck- und Diabetesmedikamenten.
Mittleres RisikoMedikament
Was passiert: Hoch dosierte Grüntee-Extrakte können in seltenen Fällen die Leber schädigen und die Wirkung von Marcumar abschwächen (Vitamin-K-Gehalt).
Was tun: Grüntee als Getränk ist unbedenklich. Hochdosierte Kapsel-Extrakte bei Lebererkrankung meiden und unter Marcumar mit dem Arzt besprechen.
Mittleres RisikoMedikament
L-Arginin × Blutdrucksenker, Potenzmittel (Sildenafil u. a.), Nitrate
Was passiert: L-Arginin erweitert die Gefäße — zusammen mit Blutdrucksenkern, PDE-5-Hemmern oder Nitraten kann der Blutdruck stark abfallen.
Was tun: Bei Blutdruck- oder Herzmedikation und vor der Nutzung von Potenzmitteln ärztlich abklären; nicht mit Nitraten (z. B. Nitrospray) kombinieren.
Mittleres RisikoMedikament
Magnesium (Präparat) × Bestimmte Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone), Bisphosphonate, Schilddrüsenhormone
Was passiert: Magnesium bildet mit diesen Wirkstoffen schwer lösliche Komplexe — die Aufnahme des Medikaments sinkt deutlich.
Was tun: Magnesium mit mindestens 2 Stunden Abstand zu diesen Medikamenten einnehmen (bei manchen Antibiotika 4 Stunden).
Mittleres RisikoVorerkrankung
Was passiert: Bei schwacher Niere kann sich Magnesium anreichern (Hypermagnesiämie) — mit Blutdruckabfall, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen.
Was tun: Bei bekannter Nierenschwäche jede Magnesium-Supplementierung ärztlich abklären.
Mittleres RisikoMedikament
Was passiert: Jod- und Selenzufuhr können den Hormonbedarf verändern — die eingestellte L-Thyroxin- oder Thyreostatika-Dosis passt dann eventuell nicht mehr.
Was tun: Bei Schilddrüsenerkrankung jod- und selenhaltige Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache; Schilddrüsenwerte kontrollieren. Enge Sicherheitsspanne bei Selen (Höchstmenge 255–300 µg/Tag).
Mittleres RisikoMedikament
Was passiert: Hohe Vitamin-E-Dosen hemmen die Blutgerinnung leicht und erhöhen unter Antikoagulanzien oder rund um Eingriffe das Blutungsrisiko.
Was tun: Hochdosiertes Vitamin E unter Blutverdünnern meiden und mindestens 1–2 Wochen vor planbaren Operationen absetzen. Vitamin E aus Nüssen und Ölen ist unbedenklich.
Mittleres RisikoMedikament
Weißdorn × Digoxin / Herzglykoside, Blutdruck- und Herzmedikamente
Was passiert: Weißdorn wirkt schwach auf Herzkraft und Gefäße — die Wirkung von Digoxin und blutdrucksenkenden Mitteln kann sich addieren.
Was tun: Bei Herzinsuffizienz-Medikation oder Digoxin Weißdorn-Präparate nur nach Rücksprache; Herzmedikamente nie eigenmächtig durch Weißdorn ersetzen.
Mittleres Risikoanderer Stoff
Was passiert: Zink und Kupfer konkurrieren um die Aufnahme. Hohe Zinkdosen über Wochen bis Monate können einen Kupfermangel mit Blutarmut und Nervenstörungen auslösen.
Was tun: Zink dauerhaft nur bis 25 mg/Tag ohne ärztliche Indikation. Hochdosis-Kuren (z. B. bei Erkältung) auf wenige Tage begrenzen.
Mittleres RisikoMedikament
Zink (Präparat) × Bestimmte Antibiotika (Chinolone, Tetrazykline)
Was passiert: Zink mindert die Aufnahme dieser Antibiotika.
Was tun: Zink mit mindestens 2 Stunden Abstand zum Antibiotikum einnehmen.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Thiazide senken die Calcium-Ausscheidung; zusammen mit Calcium-Präparaten kann der Calciumspiegel steigen.
Was tun: Bei dauerhafter Thiazid-Einnahme hohe Calcium-Dosen vermeiden und den Calciumwert gelegentlich kontrollieren lassen.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Q10 ähnelt strukturell dem Vitamin K und kann die Wirkung von Marcumar/Warfarin leicht abschwächen (INR sinkt).
Was tun: Unter diesen Blutverdünnern beim Beginn oder Absetzen von Q10 den INR engmaschiger kontrollieren lassen.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Flohsamen verlangsamen die Zuckeraufnahme; der Blutzucker kann stärker abfallen als gewohnt.
Was tun: Bei Diabetestherapie den Blutzucker in den ersten Tagen häufiger kontrollieren; ggf. passt die Ärztin die Dosis an.
BeobachtenMedikament
Ginseng × Blutverdünner, Blutzuckermedikamente, MAO-Hemmer
Was passiert: Ginseng kann die Gerinnung beeinflussen (Fallberichte zu instabilem INR), den Blutzucker zusätzlich senken und mit MAO-Hemmern zu Unruhe führen.
Was tun: Unter Marcumar, Diabetestherapie oder MAO-Hemmern die Einnahme ärztlich abklären und Werte kontrollieren.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Cumarinhaltige Pflanzenextrakte (v. a. Steinklee/Melilotus) können die gerinnungshemmende Wirkung theoretisch verstärken.
Was tun: Unter Blutverdünnern die Einnahme erwähnen; auf ungewöhnliche Blutergüsse oder Nasenbluten achten.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Einzelne Fallberichte über verstärkte Blutungsneigung; der Zusammenhang ist nicht gesichert.
Was tun: Unter Blutverdünnern die Einnahme erwähnen und vor Operationen pausieren.
BeobachtenMedikament
Was passiert: Hohe Vitamin-D-Dosen erhöhen die Calciumaufnahme; mit Thiaziden kann eine Hyperkalzämie entstehen, die wiederum die Digoxin-Wirkung verstärkt.
Was tun: Übliche Erhaltungsdosen (800–1.000 IU) sind unproblematisch. Hochdosis-Stoßtherapien bei gleichzeitiger Thiazid- oder Digoxin-Einnahme nur ärztlich.