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Nachschlagewerk

Verträgt sich das mit meinen Medikamenten?

Viele Nahrungsergänzungsmittel sind harmlos — einige aber nicht, wenn man dauerhaft Medikamente nimmt. Hier findest du die häufigsten bekannten Wechselwirkungen der auf dieser Seite besprochenen Wirkstoffe. Wähle dein Medikament oder deinen Wirkstoff.

Alle 29 Einträge — nach Schweregrad sortiert. Filtere oben nach deiner Situation.

Hohes RisikoMedikament

Johanniskraut × Antidepressiva (SSRI, SNRI, MAO-Hemmer)

Was passiert: Johanniskraut wirkt selbst serotonerg — zusammen mit Antidepressiva droht ein Serotonin-Syndrom (Unruhe, Zittern, Schwitzen, Herzrasen, im Extremfall lebensbedrohlich).

Was tun: Nicht kombinieren. Johanniskraut-haltige Präparate (auch in „“ und „“) bei laufender antidepressiver Therapie meiden.

Hohes RisikoMedikament

Johanniskraut × Antibabypille / hormonelle Verhütung

Was passiert: Johanniskraut beschleunigt den Abbau von Hormonen in der Leber — die empfängnisverhütende Wirkung kann versagen, Zwischenblutungen sind häufig.

Was tun: Bei hormoneller Verhütung kein Johanniskraut einnehmen. Betrifft auch die Partnerin, wenn sie das Präparat nutzt.

Hohes RisikoMedikament

Johanniskraut × Blutverdünner, Herz- und Blutdruckmittel, Immunsuppressiva, HIV-Medikamente

Was passiert: Johanniskraut induziert Abbauenzyme (CYP3A4) und den Transporter P-Glykoprotein — die Spiegel vieler Medikamente sinken, die Wirkung geht verloren (u. a. Marcumar/DOAK, Ciclosporin/Tacrolimus, Digoxin, einige Blutdruck- und Krebsmedikamente).

Was tun: Bei jeder Dauermedikation vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke abklären. Nach dem Absetzen normalisieren sich die Enzyme erst über 1–2 Wochen.

Hohes RisikoMedikament

Kalium (Präparat oder Kalium-Speisesalz) × ACE-Hemmer, Sartane, Aldosteronantagonisten (Spironolacton), kaliumsparende Diuretika

Was passiert: Diese Medikamente heben den Kaliumspiegel ohnehin an. Zusätzliches Kalium kann eine gefährliche Hyperkaliämie mit Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand auslösen — oft ohne Vorwarnung.

Was tun: Kein Kaliumpräparat und kein kaliumreiches Diätsalz ohne ärztliche Anordnung und Kontrolle des Blutwerts. Kalium aus Gemüse und Obst ist davon nicht betroffen.

Hohes RisikoVorerkrankung

Kalium (Präparat) × Eingeschränkte Nierenfunktion

Was passiert: Die Niere scheidet Kalium nicht mehr ausreichend aus — Präparate und Kalium-Salz können den Spiegel gefährlich ansteigen lassen.

Was tun: Bei bekannter Nierenschwäche keine Kalium-Supplemente; auch die Kaliumzufuhr über die Ernährung wird dann ärztlich gesteuert.

Hohes RisikoMedikament

Vitamin K2 × Vitamin-K-Antagonisten (Phenprocoumon/Marcumar, Warfarin)

Was passiert: Diese Blutverdünner wirken, indem sie Vitamin K blockieren. Zusätzliches Vitamin K1 oder K2 hebt die Wirkung teilweise auf und macht den INR-Wert instabil.

Was tun: Unter Marcumar/Warfarin kein Vitamin-K-Präparat ohne Rücksprache. Bei stabiler Ernährung ist der Vitamin-K-Gehalt von Lebensmitteln kein Problem — Schwankungen vermeiden. Für DOAK (Apixaban, Rivaroxaban u. a.) gilt das nicht.

Mittleres RisikoMedikament

Ashwagandha × Beruhigungs- und Schlafmittel, Alkohol

Was passiert: Ashwagandha kann sedierend wirken und die dämpfende Wirkung von Benzodiazepinen, Schlafmitteln, Antihistaminika und Alkohol verstärken.

Was tun: Nicht mit Beruhigungsmitteln kombinieren; keine sicherheitsrelevanten Tätigkeiten, bis die individuelle Wirkung bekannt ist.

Mittleres RisikoMedikament

Ashwagandha × Schilddrüsenhormone, Immunsuppressiva, Blutzucker- und Blutdruckmedikamente

Was passiert: Ashwagandha kann die Schilddrüsenhormone (fT3/fT4) erhöhen, das Immunsystem anregen (Gegenspieler von Immunsuppressiva) und Blutzucker sowie Blutdruck zusätzlich senken.

Was tun: Bei Schilddrüsenüberfunktion, Autoimmunerkrankung mit Immunsuppression, Diabetes oder Blutdrucktherapie vorher ärztlich abklären. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; bei Lebererkrankung meiden.

Mittleres RisikoMedikament

Calcium (Präparat) × Schilddrüsenhormone, Bisphosphonate, bestimmte Antibiotika, Eisenpräparate

Was passiert: Calcium vermindert die Aufnahme dieser Wirkstoffe im Darm.

Was tun: Calcium-Präparate mit mehreren Stunden Abstand einnehmen; L-Thyroxin morgens nüchtern, Calcium erst später.

Mittleres RisikoMedikament

Curcuma / Kurkuma-Extrakt × Blutverdünner (Marcumar, DOAK, ASS, Clopidogrel)

Was passiert: Hoch dosierte Curcumin-Extrakte können die Blutgerinnung zusätzlich hemmen — das Blutungsrisiko steigt.

Was tun: Unter Blutverdünnern hoch dosierte Curcuma-Präparate meiden oder ärztlich abstimmen. Küchen-Kurkuma im Curry ist unproblematisch.

Mittleres RisikoVorerkrankung

Curcuma / Kurkuma-Extrakt × Gallensteine, Verschluss der Gallenwege

Was passiert: Curcuma regt den Gallenfluss an — bei einem Abflusshindernis kann das Koliken auslösen.

Was tun: Bei bekannten Gallensteinen oder Gallenwegsproblemen keine Curcuma-Präparate ohne ärztliche Rücksprache.

Mittleres RisikoMedikament

Flohsamenschalen (Psyllium) × Tabletten allgemein — u. a. Schilddrüsenhormone, Metformin, Digoxin, Lithium, Carbamazepin

Was passiert: Das Quellgel bindet Wirkstoffe im Darm und verzögert oder verringert ihre Aufnahme.

Was tun: Flohsamen mit 1–2 Stunden Abstand vor oder nach Medikamenten einnehmen und viel Flüssigkeit trinken.

Mittleres RisikoMedikament

GABA, L-Theanin, Baldrian, Melatonin × Beruhigungs- und Schlafmittel, Alkohol

Was passiert: Diese Stoffe können die Wirkung von Benzodiazepinen, „“, sedierenden Antidepressiva, Antihistaminika und Alkohol verstärken — mehr Müdigkeit, verlängerte Reaktionszeit.

Was tun: Nicht kombinieren; am Folgetag auf mögliche Restmüdigkeit achten. Melatonin außerdem mit Vorsicht bei bestimmten Blutdruck- und Diabetesmedikamenten.

Mittleres RisikoMedikament

Grüntee-Extrakt (hochdosiert, EGCG) × Blutverdünner, Lebererkrankung

Was passiert: Hoch dosierte Grüntee-Extrakte können in seltenen Fällen die Leber schädigen und die Wirkung von Marcumar abschwächen (Vitamin-K-Gehalt).

Was tun: Grüntee als Getränk ist unbedenklich. Hochdosierte Kapsel-Extrakte bei Lebererkrankung meiden und unter Marcumar mit dem Arzt besprechen.

Mittleres RisikoMedikament

L-Arginin × Blutdrucksenker, Potenzmittel (Sildenafil u. a.), Nitrate

Was passiert: L-Arginin erweitert die Gefäße — zusammen mit Blutdrucksenkern, PDE-5-Hemmern oder Nitraten kann der Blutdruck stark abfallen.

Was tun: Bei Blutdruck- oder Herzmedikation und vor der Nutzung von Potenzmitteln ärztlich abklären; nicht mit Nitraten (z. B. Nitrospray) kombinieren.

Mittleres RisikoMedikament

Magnesium (Präparat) × Bestimmte Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone), Bisphosphonate, Schilddrüsenhormone

Was passiert: Magnesium bildet mit diesen Wirkstoffen schwer lösliche Komplexe — die Aufnahme des Medikaments sinkt deutlich.

Was tun: Magnesium mit mindestens 2 Stunden Abstand zu diesen Medikamenten einnehmen (bei manchen Antibiotika 4 Stunden).

Mittleres RisikoVorerkrankung

Magnesium (Präparat) × Eingeschränkte Nierenfunktion

Was passiert: Bei schwacher Niere kann sich Magnesium anreichern (Hypermagnesiämie) — mit Blutdruckabfall, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen.

Was tun: Bei bekannter Nierenschwäche jede Magnesium-Supplementierung ärztlich abklären.

Mittleres RisikoMedikament

Selen + Jod (Schilddrüsen-Komplex) × Schilddrüsenmedikation

Was passiert: Jod- und Selenzufuhr können den Hormonbedarf verändern — die eingestellte L-Thyroxin- oder Thyreostatika-Dosis passt dann eventuell nicht mehr.

Was tun: Bei Schilddrüsenerkrankung jod- und selenhaltige Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache; Schilddrüsenwerte kontrollieren. Enge Sicherheitsspanne bei Selen (Höchstmenge 255–300 µg/Tag).

Mittleres RisikoMedikament

Vitamin E (hochdosiert, ab ~268 mg / 400 IU) × Blutverdünner und geplante Operationen

Was passiert: Hohe Vitamin-E-Dosen hemmen die Blutgerinnung leicht und erhöhen unter Antikoagulanzien oder rund um Eingriffe das Blutungsrisiko.

Was tun: Hochdosiertes Vitamin E unter Blutverdünnern meiden und mindestens 1–2 Wochen vor planbaren Operationen absetzen. Vitamin E aus Nüssen und Ölen ist unbedenklich.

Mittleres RisikoMedikament

Weißdorn × Digoxin / Herzglykoside, Blutdruck- und Herzmedikamente

Was passiert: Weißdorn wirkt schwach auf Herzkraft und Gefäße — die Wirkung von Digoxin und blutdrucksenkenden Mitteln kann sich addieren.

Was tun: Bei Herzinsuffizienz-Medikation oder Digoxin Weißdorn-Präparate nur nach Rücksprache; Herzmedikamente nie eigenmächtig durch Weißdorn ersetzen.

Mittleres Risikoanderer Stoff

Zink (dauerhaft über 25 mg/Tag) × Kupfer-Haushalt

Was passiert: Zink und Kupfer konkurrieren um die Aufnahme. Hohe Zinkdosen über Wochen bis Monate können einen Kupfermangel mit Blutarmut und Nervenstörungen auslösen.

Was tun: Zink dauerhaft nur bis 25 mg/Tag ohne ärztliche Indikation. Hochdosis-Kuren (z. B. bei Erkältung) auf wenige Tage begrenzen.

Mittleres RisikoMedikament

Zink (Präparat) × Bestimmte Antibiotika (Chinolone, Tetrazykline)

Was passiert: Zink mindert die Aufnahme dieser Antibiotika.

Was tun: Zink mit mindestens 2 Stunden Abstand zum Antibiotikum einnehmen.

BeobachtenMedikament

Calcium (Präparat) × Thiazid-Diuretika

Was passiert: Thiazide senken die Calcium-Ausscheidung; zusammen mit Calcium-Präparaten kann der Calciumspiegel steigen.

Was tun: Bei dauerhafter Thiazid-Einnahme hohe Calcium-Dosen vermeiden und den Calciumwert gelegentlich kontrollieren lassen.

BeobachtenMedikament

Coenzym Q10 / Ubiquinol × Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar/Warfarin)

Was passiert: Q10 ähnelt strukturell dem Vitamin K und kann die Wirkung von Marcumar/Warfarin leicht abschwächen (INR sinkt).

Was tun: Unter diesen Blutverdünnern beim Beginn oder Absetzen von Q10 den INR engmaschiger kontrollieren lassen.

BeobachtenMedikament

Flohsamenschalen (Psyllium) × Insulin / blutzuckersenkende Medikamente

Was passiert: Flohsamen verlangsamen die Zuckeraufnahme; der Blutzucker kann stärker abfallen als gewohnt.

Was tun: Bei Diabetestherapie den Blutzucker in den ersten Tagen häufiger kontrollieren; ggf. passt die Ärztin die Dosis an.

BeobachtenMedikament

Ginseng × Blutverdünner, Blutzuckermedikamente, MAO-Hemmer

Was passiert: Ginseng kann die Gerinnung beeinflussen (Fallberichte zu instabilem INR), den Blutzucker zusätzlich senken und mit MAO-Hemmern zu Unruhe führen.

Was tun: Unter Marcumar, Diabetestherapie oder MAO-Hemmern die Einnahme ärztlich abklären und Werte kontrollieren.

BeobachtenMedikament

Rutin, Rosskastanie, Steinklee (Venen-Präparate) × Blutverdünner

Was passiert: Cumarinhaltige Pflanzenextrakte (v. a. Steinklee/Melilotus) können die gerinnungshemmende Wirkung theoretisch verstärken.

Was tun: Unter Blutverdünnern die Einnahme erwähnen; auf ungewöhnliche Blutergüsse oder Nasenbluten achten.

BeobachtenMedikament

Sägepalme × Blutverdünner

Was passiert: Einzelne Fallberichte über verstärkte Blutungsneigung; der Zusammenhang ist nicht gesichert.

Was tun: Unter Blutverdünnern die Einnahme erwähnen und vor Operationen pausieren.

BeobachtenMedikament

Vitamin D3 (hochdosiert) × Thiazid-Diuretika, Digoxin

Was passiert: Hohe Vitamin-D-Dosen erhöhen die Calciumaufnahme; mit Thiaziden kann eine Hyperkalzämie entstehen, die wiederum die Digoxin-Wirkung verstärkt.

Was tun: Übliche Erhaltungsdosen (800–1.000 IU) sind unproblematisch. Hochdosis-Stoßtherapien bei gleichzeitiger Thiazid- oder Digoxin-Einnahme nur ärztlich.

Wichtig

Diese Übersicht ersetzt keine Beratung. Sie nennt häufige, gut dokumentierte Wechselwirkungen — nicht alle. Verbindlich prüfen kann das die Apotheke (Medikationsanalyse) oder die behandelnde Ärztin bzw. der Arzt, die deine vollständige Medikamentenliste kennen. Setze verordnete Medikamente nie eigenmächtig ab.

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