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Säule · Magnesium

Magnesiumglycinat: Nebenwirkungen, Verträglichkeit, Dosis

Magnesiumbisglycinat ist die am besten verträgliche gängige Magnesiumform: kaum abführende Wirkung, selten Magen-Darm-Beschwerden. Nebenwirkungen sind meist Folge zu hoher Gesamtdosis, nicht der Verbindung selbst.

Redaktion mann-vitalisAktualisiert 02.10.20264 Quellenca. 7 Min.Merkzettel
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Magnesiumbisglycinat (oft „Magnesiumglycinat“) ist an Glycin gebundenes Magnesium und gilt als die magenschonendste gängige Form: Es führt kaum ab und verursacht selten Magen-Darm-Beschwerden. Mögliche Nebenwirkungen — weicher Stuhl, Übelkeit, Bauchdruck — treten meist erst bei hoher Gesamtdosis auf. Aus Präparaten sollten dauerhaft unter 250 mg elementares Magnesium pro Tag zugeführt werden. Vorsicht bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei zeitgleicher Einnahme bestimmter Antibiotika oder Schilddrüsenhormone.

Magnesiumbisglycinat wird als „die verträgliche Form“ beworben — und das stimmt weitgehend. Trotzdem suchen viele nach „Magnesiumglycinat Nebenwirkungen“, weil sie nach der Einnahme Beschwerden bemerken. Dieser Beitrag klärt, was die Verbindung ausmacht, welche Nebenwirkungen realistisch sind, woran sie meist liegen und wann echte Vorsicht geboten ist.

Was Magnesiumbisglycinat ist

Bei Magnesiumbisglycinat (kurz oft „Magnesiumglycinat“) ist ein Magnesium-Ion an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden — eine sogenannte Chelatverbindung. Das Magnesium ist dadurch gut wasserlöslich, wird im Dünndarm zuverlässig aufgenommen und „belegt“ weniger Wasser im Darm als schlecht lösliche Formen. Genau daraus ergibt sich der Ruf als magenschonende Form: Weil wenig unverändertes Magnesium in den Dickdarm gelangt, fehlt der osmotische Reiz, der bei Oxid und Citrat zu weichem Stuhl führt. Das mitgelieferte Glycin ist eine harmlose Aminosäure, die der Körper ohnehin herstellt.

Mögliche Nebenwirkungen

Auch die verträglichste Form ist nicht nebenwirkungsfrei:

  • Weicher Stuhl / leichter Durchfall: möglich, aber seltener und milder als bei anderen Formen — meist erst ab höherer Dosis.
  • Übelkeit, Völlegefühl, Bauchdruck: gelegentlich, vor allem bei Einnahme auf nüchternen Magen oder bei großer Einzeldosis.
  • Metallischer Geschmack oder Aufstoßen: selten.
  • Müdigkeit / „schwere“ Ruhe: einzelne berichten das nach abendlicher Einnahme; sauf das Glycin zurückgeführt, aber nicht gut belegt.

Ernste Nebenwirkungen entstehen praktisch nur bei stark überhöhter Zufuhr oder bei Nierenschwäche, wenn Magnesium nicht ausreichend ausgeschieden wird: dann Blutdruckabfall, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen (Hypermagnesiämie). Bei normaler Nierenfunktion und Dosen im empfohlenen Bereich ist das nicht zu erwarten.

Magnesiumbisglycinat — Verträglichkeit im Vergleich

  • Magen-Darm-Verträglichkeit von Bisglycinatgemischte EvidenzEvidenz: gemischt

    Kleinere Vergleichs- und Bioverfügbarkeitsstudien sowie klinische Erfahrung: weniger abführend als Oxid/Citrat, gute Aufnahme.

  • Bisglycinat schneidet klinisch besser ab als Citratdünne EvidenzEvidenz: dünn

    Für relevante klinische Endpunkte (Krämpfe, Schlaf, Blutdruck) kein Vorteil einer bestimmten Form belegt — Unterschiede betreffen vor allem die Verträglichkeit.

  • Nebenwirkungen bei Dosen über der EFSA-Obergrenzestarke EvidenzEvidenz: belastbar

    Abführende Wirkung und Magen-Darm-Beschwerden nehmen mit der Dosis zu — Grundlage der 250-mg-Empfehlung für Präparate.

  • Hypermagnesiämie bei Nierenschwächestarke EvidenzEvidenz: belastbar

    Gut dokumentiertes Risiko: bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich Magnesium gefährlich anreichern.

Vergleich mit Oxid und Citrat

  • Oxid: billig, hoher Magnesiumanteil pro Tablette, aber schlecht löslich — am stärksten abführend, häufig weicher Stuhl. Sinnvoll, wenn man den Abführeffekt will (siehe Magnesium bei Verstopfung).
  • Citrat: gut löslich, ordentlich aufgenommen, mild abführend — guter Allrounder, bei empfindlichem Darm abends niedrig dosieren.
  • Bisglycinat: am verträglichsten, kaum Magen-Darm-Effekte, meist teurer — die Form der Wahl bei empfindlichem Magen oder wenn man höhere Tagesmengen aufteilen will.

Für die eigentliche Wirkung (Mangel ausgleichen, Muskel- und Nervenfunktion) gibt es keinen belegten Vorteil einer Form — der Unterschied liegt in der Verträglichkeit und im Preis. Mehr dazu im Beitrag Magnesiumformen und Dosierung.

Dosis und Einnahme

  • Menge: aus Präparaten dauerhaft bis 250 mg elementares Magnesium pro Tag zusätzlich zur Nahrung (auf der Packung auf „elementares Magnesium“ achten, nicht auf das Gesamtgewicht der Verbindung).
  • Aufteilen: zwei Portionen (z. B. mittags und abends) werden besser aufgenommen und sind verträglicher als eine große Dosis.
  • Mit einer Mahlzeit einnehmen — reduziert Übelkeit.
  • Bei weichem Stuhl: Dosis senken oder auf zwei kleinere Portionen verteilen.

Wechselwirkungen und Vorsicht

  • 2 Stunden Abstand zu Schilddrüsenhormonen (Levothyroxin) und zu bestimmten Antibiotika (Tetracycline, Fluorchinolone) sowie Bisphosphonaten — Magnesium bindet diese und mindert ihre Aufnahme.
  • Eingeschränkte Nierenfunktion: nur nach ärztlicher Rücksprache — Anreicherungsgefahr.
  • Entwässerungstabletten: verändern den Magnesiumhaushalt; Bedarf ärztlich einschätzen lassen.
  • Schwangerschaft / Stillzeit: Magnesium in Ernährungsdosis ist üblich; höhere Mengen nur nach Rücksprache.

Für wen Bisglycinat sinnvoll ist

Bisglycinat ist die richtige Wahl, wenn andere Formen zu weichem Stuhl oder Bauchbeschwerden geführt haben, wenn man höhere Tagesmengen (z. B. zur Migräneprophylaxe, ärztlich begleitet) verträglich aufteilen möchte, oder wenn man Magnesium abends nimmt und der Darm nicht mitspielen soll. Wer den mild abführenden Effekt von Citrat nicht stört, fährt damit günstiger und ebenso gut. Wer die Zufuhr grob prüfen will, nutzt den Magnesium-Bedarfsrechner.

Wofür Magnesium wie gut belegt ist

Jenseits eines echten Mangels ist der Zusatznutzen meist klein oder unklar. Die Balken zeigen die grobe Stärke der Studienlage.

  • Nachgewiesenen Mangel ausgleichendafür ist Magnesium da
  • Migräne vorbeugenmoderater Effekt, höhere Dosen
  • Blutdruck senkenim Mittel wenige mmHg
  • Verstopfung lösen (osmotisch)kurzfristig wirksam
  • Schlaf verbessernkleine Studien, keine EU-Angabe
  • Sportliche Leistung steigernnur bei knapper Zufuhr
  • Beim Abnehmen helfenkein belegter Effekt

Zugelassene EU-Angaben beschreiben Magnesiums Rolle bei normaler Muskel- und Nervenfunktion, Energiestoffwechsel und der Verringerung von Müdigkeit — keine Heilwirkung.

Einordnung der Studienlage · mann-vitalis

Mitnehmen

  • 01Magnesiumbisglycinat ist die verträglichste gängige Form: kaum abführend, selten Magen-Darm-Beschwerden.
  • 02Nebenwirkungen (weicher Stuhl, Übelkeit) entstehen meist durch zu hohe Gesamtdosis, nicht durch die Verbindung.
  • 03Aus Präparaten dauerhaft bis 250 mg elementares Magnesium pro Tag, aufgeteilt, zu einer Mahlzeit.
  • 04Vorsicht bei Nierenschwäche und Abstand zu Schilddrüsenhormon und bestimmten Antibiotika.

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Häufige Fragen

Belege & Studien

4 anzeigen ▾
  1. 01Blancquaert L et al. Timeline (Bioavailability) of Magnesium Compounds in Hours: Which Magnesium Compound Works Best? Biol Trace Elem Res. 2019. PubMed
  2. 02Gröber U, Schmidt J, Kisters K. Magnesium in Prevention and Therapy. Nutrients. 2015. PubMed
  3. 03de Baaij JHF, Hoenderop JGJ, Bindels RJM. Magnesium in man: implications for health and disease. Physiol Rev. 2015. PubMed
  4. 04EFSA / Scientific Committee on Food: Tolerable Upper Intake Level für Magnesium aus Nahrungsergänzung: 250 mg/Tag. Europäische Kommission: EU-Register, Verordnung (EU) Nr. 432/2012.